Abzocker-Initiave
Economiesuisse spannt Michael Steiner vor den Abstimmungs-Karren

Im Kampf für ein «Nein» zur Abzocker-Initiative holt sich Economiesuisse Michael Steiner an Bord. Der Schweizer Starregisseur dreht für den Wirtschaftsverband einen Werbefilm gegen die Initiative von Thomas Minder.

Thomas Schlittler
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Michael Steiner am Locarno Filmfestival mit den Darstellerinnen des «Missen Massakers»: Jetzt dreht der Regisseur einen Werbespot gegen die Abzocker-Initiative.

Michael Steiner am Locarno Filmfestival mit den Darstellerinnen des «Missen Massakers»: Jetzt dreht der Regisseur einen Werbespot gegen die Abzocker-Initiative.

Economiesuisse kämpft mit allen Mitteln gegen die Abzocker-Initiative von Thomas Minder. Mit seinen acht Millionen Franken in der Kriegskasse lässt der Wirtschaftsdachverband Plakate aufhängen, Inserate drucken und Internet-Adressen kaufen. Jetzt hat sich Economiesuisse auch die Dienste vom Schweizer Starregisseur Michael Steiner (43) gesichert.

Economiesuisse habe bei Steiner den Dreh eines Werbespots in Auftrag gegeben, berichtet «TeleZüri». Der Regisseur von Schweizer Filmen wie «Grounding – Die letzten Tage der Swissair», «Mein Name ist Eugen», «Sennentuntschi» oder «Das Missen Massaker» betont gegenüber dem Sender, dass man ihn nicht einfach für einen Werbefilm engagieren könne. Er müsse auch persönlich hinter einer Sache stehen können.

Beim «Nein» zur Abzocker-Initiative sei das der Fall. «Ich spüre eine unheimliche Wut hinter dieser Initiative, denke aber, dass Wut nicht der Motor sein kann, um weitsichtig zu handeln», begründet Steiner seine Haltung. Man könne die Diskussion um sozialen Frieden in der Schweiz nicht mit unnötigen Eingriffen ins Aktienrecht lösen. Normalerweise äussere er sich nur selten öffentlich über Politik, zuletzt sei das im Film Grounding der Fall gewesen.

Der Werbefilm selbst sei fiktiv und trage den Arbeitstitel «Grounding 2026». Dabei würde eine Gruppe von 90 Leuten über eine Brücke von der Schweiz ins benachbarte Ausland laufen. Diese Schweizer flüchten aus der Schweiz, weil sie wegen der Abzocker-Initiative keine Arbeit mehr finden. Germäss Steiner seien die Darstellungen bewusst etwas übertrieben und ironisch. Es solle auch ein Lachen hervorgerufen werden. Aber wichtig sei, dass eine Diskussion angekurbelt werde.

Was sich Economiesuisse das Engagement von Steiner kosten und wann der Film publiziert wird, ist nicht bekannt.