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Economiesuisse: Mit «Guerilla-Taktik» gegen Minder-Initiative

Nur eines von vielen Instrumenten im Abstimmungskampf von Economiesuisse: Plakat (Archiv)

Nur eines von vielen Instrumenten im Abstimmungskampf von Economiesuisse: Plakat (Archiv)

Der Wirtschaftsdachverband economiesuisse kämpft mit «Guerilla-Methoden» gegen die Abzocker-Initiative des parteilosen Schaffhauser Ständerats Thomas Minder. So hat economiesuisse Internet-Adressen wie minderinitiative.ch oder abzocker-initiative-ja.ch gekauft.

Bei einem Klick auf eine solche Adresse wird man automatisch auf die offizielle Webseite des Nein-Komitees weitergeleitet - oder eine Fehlermeldung erscheint, wie Onlineausgaben verschiedener Westschweizer Zeitungen (newsnet) am Dienstag berichteten. Die «Handelszeitung» hatte schon Anfang Januar über dieses Domain-Grabbing von economiesuisse geschrieben.

Bei den Initianten zeigt man sich empört: «Dieses Guerilla-Marketing ist undemokratisch», sagte der frühere Tessiner Staatsanwalt Paolo Bernasconi vom Ja-Komitee gegenüber dem Westschweizer Radio RTS. Economiesuisse kämpfe mit einer ganzen Armee gegen den kleinen Mann. Der Wirtschaftsdachverband habe acht Millionen Franken in der Kriegskasse.

Domain ergattern für 17 Franken

Economiesuisse wiegelt ab: «Das ist eine gängige Praxis bei unseren Abstimmungskampagnen», sagte Geschäftsleitungsmitglied Cristina Gaggini gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Eine solche Adresse, die auf .ch ende, koste 17 Franken.

Gaggini gibt sich kompromissbereit: «Wenn jemand eine solche Adresse von uns kaufen möchte, muss er sich bei uns melden.» Das sei aber bisher nicht der Fall gewesen.

Economiesuisse war bereits Ende Dezember in die Schlagzeilen geraten. Damals wurde bekannt, dass eine Zürcher Werbeagentur Studenten beauftragte, auf Online-Portalen Kommentare gegen die Abzockeriniative zu schreiben. Das Projekt wurde darauf gestoppt.

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