Dürrenäsch
Dürrenäscher kämpfen für ihre Postfiliale¨

Die Post und die unabhängige Kommission sagen Ja zur «Post im Dorfladen» in Dürrenäsch; Gemeinderat wehrt sich mit einer Unterschriftensammlung.

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Post in Dürrenäsch

Post in Dürrenäsch

Aargauer Zeitung

Die Dürrenäscher geben nicht auf: Sie wollen ihre Post behalten und kämpfen mit allen Mitteln dafür. Die unabhängige Kommission Poststellen lehnte kürzlich die Einsprache des Gemeinderates gegen die Schliessung der Dürrenäscher Filiale ab. Die «Post im Dorfladen» scheint damit beschlossene Sache. Dagegen sammelt der Gemeinderat bis zum 15. August Unterschriften, um bei der Post eine Petition einzureichen.

Ob diese überhaupt eine Wirkung hat, ist fraglich. «Natürlich stehen wir auf verlorenem Posten. Rechtsmittel gegen die Schliessung haben wir schliesslich keine», sagt Gemeindeammann Hansjörg Hintermann. Bereits die Gespräche zwischen der Post und den Gemeindevertretern vor einem Jahr empfand Hintermann als Farce. «Die Agentur war schon beschlossene Sache, man versuchte nur noch, uns davon zu überzeugen.»

Der zuständige Gebietsleiter der Post habe nach dem Entscheid der Kommission davon gesprochen, die Umwandlung in eine Agentur so schnell wie möglich anzupacken. Hintermann hofft, dass es dank Petition länger dauern wird. «Falls es trotzdem irgendwann zur Schliessung unserer Post kommt, haben wir mindestens unser Bestes gegeben», sagt Hintermann.

Die Post teilt auf Nachfrage mit, sie respektiere, wenn Kunden mit dem Entscheid für eine Agentur oder einen Haus-Service nicht zufrieden seien. «Die Post empfiehlt aber, mit einem definitiven Urteil zuzuwarten, bis die neue Lösung eingeführt ist», so Yvonne Raudzuns, Leiterin Kommunkation Mitte. Die Erfahrung zeige, dass sich die Vorbehalte nach der Einführung in der Regel rasch legten.

Agenturen böten zahlreiche Vorteile, attraktive Öffnungszeiten, ein gutes Grundangebot, die Verbindung von Einkauf und Postgeschäften, einfache Abläufe und eine Stärkung der lokalen Infrastruktur. Da die Kommission Poststellen den Entscheid der Post betreffend Dürrenäsch stütze, sei geplant, diesen im Herbst 2009 umzusetzen. «Wir warten nun das Ergebnis der Unterschriftensammlung in Dürrenäsch ab und werden zu gegebener Zeit dazu Stellung nehmen.»

Die Ablehnung der Einsprache begründete die Kommission Poststellen unter anderem damit, dass die Postfilialen in Teufenthal und Boniswil gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar seien. Gemeindeammann Hansjörg Hintermann lässt dieses Argument nicht gelten. Ausserdem seien die Dienstleistungen bei einer Agenturlösung nicht gleich gut wie mit einer eigenen Filiale. «Die Post soll wissen, dass nicht nur wir fünf Gemeinderäte das so sehen, sondern dass die Bevölkerung - also die Postkunden - der gleichen Meinung ist. Von den Kunden lebt die Post schliesslich.»

Die Petitionsbögen wurden letzte Woche in die Haushalte verschickt und liegen am «Chnübelfestival» dieses Wochenende auf. Hintermann hofft, dass mindestens die Hälfte der rund 1200 Einwohner die Petition unterschreiben wird. (ju)