Durchschlag von «Schindlers Liste» in Bibliothek in Sydney gefunden

Die Liste wurde in Eile getippt (Archiv)

Die Liste wurde in Eile getippt (Archiv)

In einer Bibliothek in Sydney ist ein vergilbter Durchschlag von «Schindlers Liste» gefunden worden - jener Liste mit 801 Namen von Juden, die vom Unternehmer Oskar Schindler vor den Nazi-Vernichtungslagern gerettet wurden.

Die 13-seitige Liste habe sich in Unterlagen des Schriftstellers Thomas Keneally befunden, die in der New South Wales State Library aufbewahrt werden, sagte die Kuratorin Olwen Pryke.

Keneally veröffentlichte 1982 den Roman "Schindlers Liste" (ursprünglich: "Schindler's Ark"), auf dem die Steven-Spielberg-Verfilmung des Stoffes von 1993 beruht.

Das in Sydney gefundene Dokument ist ein mit Kohlepapier angefertigter Durchschlag einer auf einer Schreibmaschine getippten Liste. Es befand sich den Angaben zufolge zwischen Notizen Keneallys und deutschen Zeitungsausschnitten.

"Die Liste wurde in aller Eile am 18. April 1945 getippt", sagte Pryke. "Sie rettete 801 Menschen vor den Gaskammern." In der Bibliothek sei zuvor nicht bekannt gewesen, dass die Liste in den sechs Kartons enthalten war, die 1996 von Keneally übernommen wurden.

In "Schindlers Liste" wird der Sinneswandel des Unternehmers Schindler geschildert, der zunächst ein Parteigänger der Nazis war und später mit Hilfe seines Unternehmens in der Nähe von Krakau Juden vor der Einlieferung ins Vernichtungslager bewahrte.

Der in der Bibliothek gefundene Durchschlag sei Keneally 1980 von Leopold Pfefferberg ausgehändigt worden, sagte Pryke. Pfefferberg stand selbst als Nummer 173 auf der Liste. Schindler lebte von 1908 bis 1974. Die Geschichte wurde erst nach seinem Leben weithin bekannt. In Spielbergs Film wird Schindler von Liam Neeson dargestellt.

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