Gemeinderäte greifen den Wohler Ammann Dubler an

Dubler: Drohung im Gemeinderat?

Walter Dubler: «Aussage war im politischen Sinn gemeint.»

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Walter Dubler: «Aussage war im politischen Sinn gemeint.»

«Wenn ich gehen muss, dann nehme ich noch ein paar von euch mit», soll Walter Dubler zu seinen Gemeinderatskollegen gesagt haben. Vier Wohler Gemeinderäte bestätigen die heikle Aussage, die der Ammann selber bestreitet, nun öffentlich.

Fabian Hägler

«Walter Dubler hat diesen Satz definitiv so gesagt», ist sich die abtretende Gemeinderätin Doris Becker sicher. «Es war in jener Zeit, als es um die Motion für das Teilamt des Ammanns ging», erinnert sie sich. Dubler habe gemerkt, dass eine Mehrheit des Gemeinderats den Vorstoss entgegennehmen wollte, sagt die Vertreterin von Freis Wohle. Sie vermutet, Dubler habe sich angegriffen gefühlt. «Dann stiess er die Drohung aus», sagt Becker. Bei ihr sei daraufhin ein ungutes Gefühl aufgekommen, erinnert sich Doris Becker. «Ich bin erschrocken, die Drohung ist mir stark eingefahren.»

Josef Sachs kontaktiert

Beunruhigt war auch ihre Fraktionskollegin Maja Meier. «Ich habe Dr. Josef Sachs angerufen und ihm von Dublers Aussage berichtet», erklärt Meier. Der renommierte Gerichtspsychiater und frühere Wohler Schulpflegepräsident habe ihr gesagt, man könne nichts zu 100% ausschliessen und geraten, die Aussage im Gemeinderat mit Walter Dubler direkt anzusprechen. «Ich bin mir bewusst, dass ein solcher Satz nicht bedeutet, dass wir nun mit kugelsicheren Westen zur Gemeinderatssitzung kommen müssen», erklärt Doris Becker. Dennoch hat Dub-lers Aussage bei ihre ein Gefühl der Angst

ausgelöst. sagt sie.

Drohung oder Spruch?

Gemeinderat Toni Schürmann bestätigt ebenfalls, dass Dubler die umstrittene Aussage gemcht habe. «Ich habe das aber damals nicht so ernst genommen und als Spruch abgetan», erklärt Schürmann. Er ist der Ansicht, dass Dublers Satz eine politische Bedeutung habe. «Er meinte wohl, er werde dafür sorgen, dass auch ein paar von uns Gemeinderäten abgewählt würden», erklärt er.

Christian Müller erinnert sich nicht mehr an den genauen Wortlaut. Doch der dienstälteste Gemeinderat bestätigt: «Sinngemäss hat er das gesagt.» Müller interpretiert den Satz ähnlich wie Schürmann: «Ich sehe das nicht als Morddrohung, sondern so: wenn ihr euch gegen mich stellt, ziehe ich auch ein paar von euch mit.» Doch Müller betont: «Es geht nicht an, dass Walter Dubler am Podium vom letzten Donnerstag bestreitet, er habe diese Aussage gemacht.»

Huwiler: «Überrumpelt»

Paul Huwiler, als Ammann-Kandidat direkter Konkurrent von Walter Dubler, erinnert sich ebenfalls. «Ich will nichts dramatisieren, aber man weiss im Endeffekt nie, wie man einen solchen Satz einordnen soll», sagt Huwiler. Als das Thema bei der Podiumsdiskussion plötzlich angesprochen wurde, habe er sich «überrumpelt gefühlt und deshalb nichts gesagt.»

Weil Dubler die Drohung aber bestreite, geht es für Huwiler um seine persönliche Glaubwürdigkeit. «Es wäre falsch, in diesem Fall einfach zu schweigen», sagt er. Nicht äussern zu Dublers Aussage möchten sich die Gemeinderäte Harold Külling und Matthias Jauslin.

Ausgelöst wurde die Debatte durch eine Frage von SVP-Einwohnerrat Bruno Bertschi beim Ammann-Podium vom vergangenen Donnerstag. «Wie haben Sie das gemeint, als Sie sagten: ‹Wenn ich gehen muss, dann nehme ich ein paar von euch mit›», fragte dieser Dubler. Die kurze Antwort des Gemeindeammanns: «Diesen Satz habe ich nie gesagt.» Bertschi insistierte und behauptete, drei Gemeinderatsmitglieder hätten ihm diese Aussage bestätigt. Dubler konterte: «Das ist reines Geschwätz, nennen Sie mir diese Personen».

Dubler: «Ich drohe nicht»

Am Montag präzisiere Walter Dubler seine Aussage vom Donnerstag: «Wenn ich jemals etwas in dieser Richtung gesagt habe, dann war es nur im politischen Sinn gemeint. Also: Wenn ich nicht mehr gewählt werde, wird es auch noch ein paar andere treffen». Es sei nicht seine Art, Drohungen auszustossen, hält Dubler fest. Und er erklärt: «Es ist für mich sehr befremdend und stossend, wenn Interna aus dem Gemeinderat ausgeplaudert werden.»

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