«Man muss wissen, wer eine Drohne fliegt», erklärt der Aargauer BDP-Nationalrat Bernhard Guhl in der Sendung TalkTäglich. Dazu müsse man sie aus der Ferne identifizieren können – um das zu erreichen hat Guhl ein Postulat eingereicht. Möglich wäre das mittels Chip, der ein Signal aussendet, zudem müssten Drohnen registriert werden.

Stefan Baer, Geschäftsführer der HEV Immo AG wird als Jurist immer wieder von Hauseigentümern angefragt, die nach einer «unheimlichen Begegnung» mit einer Drohne im eigenen Garten wissen wollen, was sie dagegen unternehmen können. Er habe selber eine neutrale Einstellung zu dem Thema. «Das Problem ist, dass man in den meisten Fällen nicht weiss, wer hinter der Kameralinse ist», sagt er. Deshalb unterstützt er Guhls Vorschlag.

Dominik Jenzer, Geschäftsführer Berufsdrohnenverband, empfiehlt allen Drohnenpiloten, dass sie sich sichtbar machen, also zum Beispiel Leuchtwesten anziehen, und dass das Gebiet, in dem sie starten und landen, abgesperrt ist. So könne man den Piloten ansprechen, wenn die Drohne gelandet sei. «Jedes unserer Mitglieder ist sicher gern bereit, zu erklären, warum er da ist, ob er eine Bewilligung hat und ob es die überhaupt braucht, und was er mit den Aufnahmen macht.» Darüber zu reden, helfe in den meisten Fällen und führe zu mehr Verständnis.

«EASA wird Regeln aufstellen»

Ein Absturz einer Drohne, beispielsweise bei einem Grümpelturnier, könne zu schweren Verletzungen führen, erklärt Guhl den Grund für sein Postulat: «Wir stellen lieber vorher ein Regelwerk auf. Man sollte das möglichst einfach machen – eine Registrierung kann heute online vorgenommen werden.»

Die Frage, ob es Regeln brauche oder nicht, stelle sich gar nicht, entgegnet Jenzer: «Die EASA (European Aviation Safety Agency) wird die Regeln aufstellen. Heute haben wir ein Artikel mit vier Absätzen, neu werden wir 50 Artikel haben.» Das Schlimme daran sei, dass es im Bereich der Flüge, die keine Bewilligung benötigen, fünf Unterkategorien gäbe. «Der Pilot kann das einhalten, aber kontrollieren kann das niemand. Der Polizist, der vor Ort ist, wird keine Ahnung mehr haben, ob geflogen werden darf oder nicht.»

TalkTäglich – Ganze Sendung

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«Man kann verlangen, dass Bilder gelöscht werden»

«Wenn jemand mit seiner Drohne vor meinem Balkon herumfliegt, ich bin in den Badehosen, und möchte nicht, dass die Bilder auf youtube landen – was kann ich da tun?», will Moderator Oliver Steffen von Baer wissen. Zuerst müsse man herausfinden, wer die Drohne fliegt. «Dann sollte man das Gespräch suchen. Wenn schon Bilder gemacht wurden, kann man verlangen, dass diese gelöscht werden. Wenn keine Einwilligung vorliegt, ist es ganz klar eine Persönlichkeitsverletzung.»

Wenn man nicht weiss, wer der Pilot ist, darf man die Drohne einfangen. «Abschiessen, das geht nicht, ausser es ist absolut penetrant und bösartig und das Zureden hat nichts gebracht. In der Regel geht es aber darum, die Drohne einzufangen, ohne dass sie Schaden nimmt, etwa wenn man sie mit dem Gartenschlauch abspritzt und so zum landen zwingt», erklärt Baer. Jenzer dagegen empfiehlt, die Drohnen in Ruhe zu lassen, auch weil man sich leicht an den Rotoren verletzten könnte, beim Versuch, sie einzufangen.