Für den Präsidenten der Stadtzürcher FDP ist das Drogenproblem kein städtisches mehr. «Die offene Drogenszene war einmal, heute wird auch auf dem Land gedealt und konsumiert», sagt Severin Pflüger. Trotzdem sind es vor allem Stadtzürcher Freisinnige wie Doris Fiala oder Pflüger, die den Vorschlag der FDP Basel aufnehmen wollen. Die Basler Freisinnigen setzten sich am Montagabend zum Ziel, sämtliche Drogen, auch die harten, zu legalisieren.

Doris Fiala, Zürcher Nationalrätin und Präsidentin der FDP Frauen, diskutiert den Vorschlag am Freitag an der Klausurtagung mit ihren Mitstreiterinnen. Und Pflüger will den radikalen Vorschlag aus Basel in seiner Stadtzürcher FDP-Sektion zur Debatte stellen.

Während die Basler Idee in der Mutterpartei grossmehrheitlich auf Ablehnung stösst, zeigen sich die Zürcher FDP-Politiker also offener. Fiala, die sich bis vor wenigen Jahren gegen jegliche Legalisierung von Drogen stellte, erhofft sich Impulse für die Diskussion bei weichen Drogen: «Alles in allem könnte sich abzeichnen, dass man die Cannabis-Legalisierung durchbrächte.» Ähnlich sieht das Pflüger. Beide betonen jedoch, dass ihnen eine komplette Freigabe von Heroin, Kokain und Co. beim jetzigen Wissensstand zu weit ginge.

Auch der Präventivmediziner, Zürcher Alt-Ständerat der FDP und Legalisierungs-Vorreiter, Felix Gutzwiller, erhofft sich Bewegung in der «stagnierten Cannabis-Diskussion». Wegen des hohen Suchtpotenzials rät er von einer Freigabe harter Drogen jedoch ab.

Gegen jegliche Legalisierungsbestrebungen bei Drogen gibt es innerhalb des Freisinns allerdings auch heftige Gegenwehr. Zum Beispiel des Berner Nationalrats Christian Wasserfallen, der mit seiner «FDP Urban», wie die Legalisierungsbefürworter auch, um die Gunst städtischer Wähler buhlt.