Wynau
Drei Standorte, viele Meinungen

Der Gemeinderat von Wynau legt ein Liegenschaftskonzept vor. Hauptthema ist der zukünftige Standort der Verwaltung: Am jetzigen Standort sanieren, das alte Schulhaus dafür auskernen oder den alten Coop an der Aegertenstrasse für einen Neubau abreissen?

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Gemeinde
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Gemeinde1 Gemeindeverwaltung: Die Gemeindeverwaltung an der Schulhausstrasse wurde 1964 gebaut. Lediglich die Fenster wurden 2005 ersetzt. Die Verwaltung entspricht deshalb weder organisatorisch noch energietechnisch den heutigen Anforderungen. Ein vom Langenthaler Architekturbüro Lüscher Egli vorgestelltes Sanierungsprojekt nach Minergie-Standard rechnet mit Kosten von 1,25 Millionen Franken. (jr)
Gemeinde2 Altes Schulhaus: Das 1862 gebaute alte Schulhaus an der Schulhausstrasse 38 müsste im Innern ausgekernt werden, um es für die Bedürfnisse der Verwaltung einzurichten, hielt Jakob Andres von der Wynauer Bauunternehmung Andres fest. Die Fassade ist geschützt und darf nicht verändert werden. Im Dachgeschoss wäre ein Vereinssaal möglich. Kosten inklusive Lift: 1,46 Millionen Franken. (jr)

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az Langenthaler Tagblatt

Jürg Rettenmund

Für einmal hielten sich die Wynauer Gemeindepräsidentin Esther PLüss (FDP) und ihre anwesenden Gemeinderatskollegen in den hinteren Rängen zurück und überliessen das Wort einem externen Moderator. Der Gemeinderat hatte ein Liegenschaftskonzept erarbeitet und wollte «den Puls der Bevölkerung spüren».

Im Zentrum des Konzeptes steht die Frage, wo die Wynauer Gemeindeverwaltung künftig angesiedelt werden soll. Zur Auswahl stehen drei Standorte, für die drei Architekturbüros Lösungsvorschläge präsentierten (vgl. Bild-Kasten). Auslöser ist das in die Jahre gekommene Gemeindehaus.

Alternativen möglich

Drei Gesichtspunkte waren es, die den Gemeinderat neben einer Sanierung auch nach Alternativen Ausschau halten liess: Erstens ist eine Sanierung nach heutigen Minergie-Standards in einem Altbau vergleichsweise teuer. Zweitens liegt das Gemeindehaus neben Schul- und Sportanlagen; Alternative Nutzungen mit weniger hohen Sanierungskosten wären an dieser Lage denkbar. Drittens besitzt die Gemeinde weitere gegenwärtig schlecht genutzte Liegenschaften.

Viel klarer wurde die Ausgangslage durch die von Max Studer (Hoag Team AG, Unterkulm) vorzüglich geleitete Diskussion nicht, wie Gemeindepräsidentin Esther Plüss am Ende eingestand. Dafür wurden die Vor- und Nachteile der drei Vorschläge ausgiebig diskutiert.

Abseits und «am Stutz»

Die schlechtesten Karten fasste dabei das alte Schulhaus, obschon auch es seine Anhänger hatte. Zu abgelegen war den meisten der Standort am «Stutz» Richtung Kirche. Die Gemeindeverwaltung hatte im Mai drei Wochen lang minutiös über die Einwohner Buch geführt, die selbst am Schalter vorgesprochen hatten: Nur 250 waren es. Doch auch das überzeugte die Kritiker nicht: Sie hoben hervor, dass Wynau vor ein paar Jahren beim Bau des «Betreuten Wohnens» mit der Nähe zur Gemeindeverwaltung geworben hatte.

Gegen die Variante Aegertenstrasse wurden vor allem die Kosten ins Feld geführt: «Sind diese für eine Gemeinde mit 1700 Einwohnern angemessen, die in zehn Jahren vielleicht mit einer anderen fusioniert ist?» Mit dem, was man beim Sanieren des Gemeindehauses einspart, liessen sich die Bedürfnisse der Vereine andernorts befriedigen. Andere sahen in einem Neubau an der Aegertenstrasse, verbunden mit einem Verkauf der anderen Liegenschaften, gerade eine dauerhafte Lösung.

Gemäss Gemeindeschreiber Reto Alt will der Gemeinderat mit einer Gesamtlösung vor die Gemeindeversammlung treten. Die Erneuerung der Verwaltung gehört zu den Zielen des Gemeinderates für die Legislatur 2007-2010.

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