Suhr

Drei Schüler aus Suhr schaffen die letzte Hürde zum Schweizer Pass doch noch

Die beiden Kosovaren werden doch noch in Suhr eingebürgert

Die beiden Kosovaren werden doch noch in Suhr eingebürgert

Die beiden Kosovaren werden doch noch in Suhr eingebürgert.

Die drei jungen Männer aus dem ehemaligen Jugoslawien freuen sich über den positiven Bescheid. Und sie haben Pläne, wie es jetzt weitergeht.

Michael Hugentobler

Am Donnerstagabend wurden die drei Schüler von der Gemeindeversammlung eingebürgert. Es gab wenige Gegenstimmen. Die Mehrheit der 150 Anwesenden stimmte dafür. Der Fall warf letztes Jahr hohe Wellen: Die drei jungen Männer waren nicht eingebürgert worden, weil das Volk «ein Zeichen setzen wollte». Die Suhrer machten so ihrem Unmut Luft, da einige Wochen zuvor ein junger Schweizer von einem Kosovaren schwer verletzt worden war.

«Das war eine Ausnahmesituation», sagt heute Beat Rüetschi, Gemeindeammann von Suhr. «Dieses Jahr habe ich ein positives Resultat erwartet.» Bei der Gemeindeversammlung am Donnerstag nahmen die drei jungen Männer die Einbürgerung mit fliegenden Fahnen. Als sie nach der Abstimmung den Gemeindesaal betraten, wurden sie gar von Applaus und Jubel begrüsst.

Wunderschönes Gefühl

«Als ich draussen vor der Tür wartete und die Suhrer drinnen abstimmten, war ich unsicher», sagt Dzengis Ismaili, einer der drei Schüler. «Ich war sehr nervös, aber als ich dann reinkam und alle klatschten, war das ein wunderschönes Gefühl.» Ismaili wuchs in der Schweiz auf und alle seine Freunde wohnen hier. «Ich will den Rest meines Lebens in der Schweiz verbringen», sagt er, «ich fühle mich als Schweizer.»

Jetzt ist er erleichtert. Nach der Gemeindeversammlung feierte er mit seiner Familie. Vahid Hrncic, der zweite der drei eingebürgerten Schüler, war sich sicher, dass die Abstimmung gut herauskommen würde. «Ich war zuversichtlich», sagt Hrncic. Jetzt ist er stolz auf den Schweizer Pass. «Als ich in den Saal zurückkam und die Suhrer klatschen, war ich glücklich», sagt er, «aber ich kann das Gefühl noch nicht richtig beschreiben.» Am Wochenende wird er sich mit Dzengis Ismaili treffen und die Einbürgerung feiern.

Abstimmen auf jeden Fall

Ismaili will die Abstimmungskuverts, die er von nun an zugesandt bekommt, nicht ungeöffnet liegen lassen. «Ich werde meine Stimme bei politischen Angelegenheiten sicher abgeben», sagt Ismaili. Und er wolle sich für Menschen einsetzen, die in eine ähnliche Situation geraten wie er. Auf die Rekrutenschule freut er sich ganz besonders. In der Familie sei es Tradition, dass jedes Familienmitglied Militärdienst leiste. «Ich bin stolz, hier in der Schweiz ins Militär zu dürfen», sagt er.

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