Während es im Jahr 2003 in der Schweiz 40 Trisomie-21-Geburten gab, waren es im Jahr 2012 deren 89. Gemessen an allen Geburten bedeutet diese eine Erhöhung von 0,56 auf 1,08 Promille.

Dies zeigen neue Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BfS) aus der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser 2014, welche die "Ostschweiz am Sonntag" erstmals veröffentlicht. Darin liefern sämtliche Schweizer Spitäler und Krankenhäuser ihre erhobenen Daten an den Bund.

Fachleute sind überrascht

Mediziner und Fachleute sind von der Entwicklung überrascht. Allgemein wird davon ausgegangen, dass 75 bis 95 Prozent der Schwangeren abtreiben, bei deren Föten ein Down-Syndrom festgestellt wird. In der Diskussion um die Pränataldiagnostik wird deshalb oft moniert, dass Menschen mit Behinderungen damit noch mehr marginalisiert werden könnten.

Seit den 1970er-Jahren war es mit dem Aufkommen der Pränataldiagnostik zu einer deutlichen Abnahme der Anzahl Trisomie-21-Kinder gekommen. Die neuerliche Verdoppelung seit Anfang 2000 ist für Ärzte nicht leicht zu erklären und dürfte verschiedene Ursachen haben. Eine davon könnte das stetig steigende Alter der werdenden Mütter sein, das ein erhöhtes Risiko für Trisomie 21 mit sich bringt.

Bewusst dafür entschieden

Tina Fischer, Leitende Ärztin Geburtshilfe am Kantonsspital St.Gallen, weist darauf hin, dass manche Paare bewusst auf Pränataldiagnostik verzichten. Möglicherweise habe in den letzten Jahren dank intensiver Aufklärungsarbeit auch ein gesellschaftliches Umdenken stattgefunden, so dass es Frauen wieder leichter falle, nicht abzutreiben.