Leimental
Dorfschule nicht aufgeben

Mit der Zusammenlegung der einzelnen Schulverwaltungen wollen die Leimentaler die Dorfschule retten.

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Schule

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Heinz Dürrenberger

Bea Asper

Noch wird bei der Konzeptarbeit - es ist im Kanton Solothurn ein Pionierprojekt - an den Details gefeilt, doch möglicherweise soll die Bevölkerung bereits im Dezember über das Modell der Regionalschule befinden, wie der Rodersdorfer Gemeindepräsident Max Eichenberger bestätigt.

Gerade Rodersdorf kämpft darum, die Schule im Dorf zu behalten. Je nach Rückgang der Schülerzahlen ein schwieriges Unterfangen, wie Eichenberger einräumt. Werden bei den Klassen die vom Kanton vorgegebenen Mindestgrössen unterschritten, werden die Subventionen gestrichen. Mit Agieren statt Reagieren versuchen Leimentaler Arbeitsgruppen der Entwicklung einen Schritt voraus zu sein. Die dezentralen Schulen sollen erhalten werden, indem die Schulverwaltungen der Dörfer zentralisiert und in die bewährte Verbundlösung des Oberstufenzentrums integriert werden. «Damit können einige Probleme wegen zu kleinen Lehrerpensen und Jahrgangsschwankungen besser gelöst werden», meint Eichenberger.

So zerbrechen sich derzeit die Gemeinderäte den Kopf, wie die vom Kanton verlangte Umstellung von der Einführungs- und Kleinklasse zum integrativen Unterricht umgesetzt werden kann. Die gemeinsamen Schulräume im alten Schulhaus von Flüh müssen gekündigt und mit den Lehrern neue vertragliche Regelungen getroffen werden. Der Gemeinderat von Hofstetten-Flüh zeigt sich kulant und verzichtet darauf bei der jetzigen gemeinsamen Schulraum-Nutzung auf die Einhaltung der zweijährigen Kündigungsfrist zu pochen.

Ohne Verbundlösung braucht jede Gemeinde für den neuen integrativen Unterricht eine separate Abmachung bezüglich Förder- und heilpädagogischen Massnahmen mit zum Teil Kleinstpensen. «Diesbezüglich eine eigene Schiene zu fahren, macht wenig Sinn», sagt Mark Seelig, Gemeindepräsident von Witterswil. Die Gemeinderäte suchen deshalb bereits jetzt nach Möglichkeiten der gemeindeübergreifenden Arbeit - ebenso für die spätere Modelländerung von fünf Jahre Primarschule auf sechs. In Witterswil zum Beispiel hätte man derzeit keinen Platz für eine sechste Primarschulklasse. Grundsätzlich soll nicht neuer Schulraum gebaut werden und bestehender leer stehen, sagen Seelig und Eichenberger.

Die 13-Jährigen analog zu jetzt im OZL zu unterrichten, sei allerdings auch nicht im Sinne der Sache. «Die Primarschule der Zukunft wird ganz anders aufgebaut und in sich eine Einheit sein und vom Klassenlehrersystem profitieren», weiss Eichenberger. Sein Fazit: «Diesbezüglich optimale Lösungen zu finden, wird den Gemeinden viel Flexibilität abverlangen, glücklicherweise bleibt uns dafür noch etwas Zeit.» So schliesst er nicht aus, dass manche Schüler in anderen Dörfern zu Schule gehen werden.

Mit Infoveranstaltungen sollen Fragen geklärt und die Ängste genommen werden. Ob das angedachte Modell der Leimentaler Schule zukunfts- und erfolgsversprechend ist, «hängt nicht zuletzt auch von der finanziellen Entwicklung ab», reflektiert der Rodersdorfer SP-Politiker. «Wirkt das neue Modell zu sehr aufgeblasen mit entsprechender Kostensteigerung, wird es wohl chancenlos sein.»

Um die Demokratie- und Info-Defizite, die aus der Übergabe einer Gemeindeaufgabe an einen Zweckverband resultieren, aufzufangen, sollten die Bildungschefs der Gemeinden im Vorstand der neuen Organisation Einsitz nehmen, meint Eichenberger. In den nächsten Wochen werden die Gemeinde-Exekutiven über das weitere Vorgehen zur Gründung der Leimentaler Schule beschliessen und das Konzept den Einwohnern vorstellen.