Alfred Gassmann

Was lange währt, wird endlich gut»: Das Sprichwort darf füglich für den Werdegang des Baugesuches für die Wohnüberbauung neben der Kirche in Egliswil angewendet werden. Am 9. März fand der Gemeinderat alle Voraussetzungen für erfüllt, um die Baubewilligung erteilen zu können.

Die Planungsarbeiten gehen auf das Jahr 2006 zurück. Ein erstes Projekt lag vom 12. Januar bis zum 1. Februar 2007 öffentlich auf. Vorgesehen waren auf der 2410 m² messenden Parzelle 2 winkelförmige Wohnblocks. Die Bauprofile weckten Aufsehen. Entsprechend stark wurde die öffentliche Auflage genutzt. Am Gemeinderatstisch sah sich die Behörde mit zahlreichen Einsprachen konfrontiert.

Das damalige Architekturbüro setzte sich überhaupt nicht mit den dörflichen Hausfassaden, den prägenden Dachformen und den Dachneigungen im Ortskern Egliswil auseinander und die Bauparzelle schien zudem mit 22 Wohnungen übernutzt. Zu einer Baubewilligung kam es nicht. Schliesslich wurde das Vorhaben im Juni 2007 zurückgezogen und das Grundstück verkauft.

Beschwerdefrist läuft

Die neue Bauherrschaft, vertreten durch Architekt Meinrad Müller, Lenzburg, schubste die Pläne aus dem Jahre 2006 in den Papierkorb. Entworfen wurden zwei Wohngebäude ohne Dachaufbauten, die der örtlichen Situation gerecht werden sollen. Müller skizzierte auf der eiförmigen Parzelle des früheren Landwirtes Max Frey-Reiter Bauten mit ruhigen Dächern, die sich in das Ortsbild einfügen, jedoch zeitgemässe Elemente aufweisen.

Rechtzeitig wurde auch das Gespräch mit der kantonalen Denkmalpflege gesucht, liegt doch die Parzelle 458 im Umgebungsbereich der denkmalgeschützten, romanischen Kirche aus dem 15. Jahrhundert. Erneut wurde im Frühjahr 2009 während der zweiten öffentlichen Auflage gegen das Projekt opponiert. Die Einsprecher fanden das Vorhaben zu wuchtig und zu hoch. Das baubewilligte Projekt sieht beim talseitigen Gebäude einen um einen Meter tiefer gesetzten Giebel vor.

Gemäss Baubewilligung vom 9. März wies der Gemeinderat die übrigen Einsprachen ab. Doch nun beginnt für Architekt Müller das Warten. Es wird sich weisen, ob die abgewiesenen Einsprecher gegen die Baubewilligung beim Regierungsrat Beschwerde führen werden.