Rücktritt

Doppelschlag bei der SVP: Neben Brunner tritt auch Blocher ab

Verlassen die Parteileitung gemeinsam: Toni Brunner, noch Präsident, und SVP-Übervater und Vize-Präsident Christoph Blocher (rechts). (Archiv)

Verlassen die Parteileitung gemeinsam: Toni Brunner, noch Präsident, und SVP-Übervater und Vize-Präsident Christoph Blocher (rechts). (Archiv)

Nicht nur SVP-Präsident Toni Brunner gibt sein Amt ab: Am Rande der SVP-Kadertagung gab auch Vizepräsident Christoph Blocher bekannt, im April nicht mehr anzutreten.

Gestern gab SVP-Parteipräsident Toni Brunner bekannt, im April nicht mehr anzutreten und das Präsidium aufzugeben. Doch noch ein zweiter prominenter Abgang wurde am Rande der alljährlichen Bad-Horn-Tagung der Volkspartei bekannt: Christoph Blocher erklärte gegenüber «SonntagsBlick»: "Ab April werde ich nicht mehr Vizepräsident der SVP sein."

Damit gibt der SVP-Doyen seine letzte politische Funktion auf. Bereits 2014 verabschiedete sich der alt Bundesrat aus dem Nationalrat. «Ich gehöre zum alten Eisen», sagt Blocher. Anscheinend zweifelt der 75-Jährige daran, die für das Amt des Vize-Parteichefs nötige Kraft noch aufbringen zu können:  «Die Partei braucht künftig Vizepräsidenten, die richtig chrampfen und Dossiers übernehmen», so Blocher. Diese Posten sollen aber auch weiterhin unbesoldet bleiben - das sei ihm ganz wichtig, verrät der Miliardär gegenüber «SonntagsBlick».

Mit der Arbeit seines politischen Ziehsohnes Toni Brunner ist Christoph Blocher durchwegs zufrieden. Er habe ihm versucht, den Rücktritt auszureden - es aber nicht geschafft.

Christoph Blocher an der SVP-Kadertagung in Bad Horn.

Christoph Blocher an der SVP-Kadertagung in Bad Horn.

Blocher Abwahl "wegweisend"

Im Interview mit der "SonntagsZeitung" sagt der abtretende Präsident Toni Brunner, die Abwahl Blochers als Bundesrat, die zwar noch vor seiner Präsidialzeit geschah, sei wegweisend gewesen. In seinen Anfängen als Präsident habe es die Partei "durchgeschüttelt", was zur Abspaltung der BDP führte, "also zum Wegfall eines Teils der Partei, der nie zu uns gepasst hat".

Toni Brunner tritt als SVP-Präsident zurück

Toni Brunner tritt als SVP-Präsident zurück

Mit der freiwerdenen Zeit will sich Toni Brunner intensiver seinem Mandat als Nationalrat widmen. Aber auch auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb will der Toggenburger wieder mehr anpacken. Zudem hat er ein Hobby, das unter seinem Partei-Engagement gelitten hat: «Seit Jahren kaufe ich jeweils ein Loipenabo – aber was mir bis heute fehlt, sind die Langlaufski. Das will ich jetzt ändern.», so Brunner zu «SonntagsBlick». (rhe/sda)

Reaktionen zum Rücktritt von Toni Brunner

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