Wegwerfsack-Verbot
Dominique de Buman: «Ich bin kein Extremist in Sachen Plastiksäcken»

Das Verbot von Wegwerfsäcken hat für Verwirrung gesorgt. Grund dafür war eine unkorrekte Übersetzung. Motionär Dominique de Buman (CVP) erklärt, worum es ihm beim Säckli-Verbot genau ging.

Michael Hugentobler
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CVP-Vizepräsident Dominique de Buman (Archiv)

CVP-Vizepräsident Dominique de Buman (Archiv)

Keystone

Ihre Motion zu den Plastiksäcken hat für viel Aufsehen gesorgt. Hat Sie das überrascht?

Dominique de Buman: Natürlich, aber es ist ein Fehler passiert. Der «Blick» hat den Motionstext nicht richtig gelesen und darum nicht korrekt kommuniziert worum es genau geht. Der «Blick» hat sich heute Morgen bei mir entschuldigt.

Worum geht es denn?

Es geht nicht um die Säcke für die Früchte und auch nicht um die widerstandsfähigen Plastiksäcke, die man mehrmals brauchen kann. Es geht nur um die Gratissäcke bei der Kasse.

Das stand im deutschen Motionstext aber nicht

Der ursprüngliche Text wurde auf Französisch geschrieben und dort war von Kassen-Säcken die Rede, im deutschen Text dann allgemeiner von Wegwerf-Plastiksäcken. Manchmal gibt es Fehler bei Übersetzungen. Ich bin kein Extremist in Sachen Plastiksäcken und weiss dass es für Trauben oder Pfirsiche eine Tüte braucht. Aber bei den Gratis-Säcken an der Kasse geht es um Verschwendung von Rohstoffen.

Inwiefern?

Es ist falsch zu denken, dass ein solcher Sack zwar nach durchschnittlich 25 Minuten weggeworfen wird und dass damit Wärme durch die Kehrichtverbrennung gewonnen werden kann. Fakt ist, dass ein Rohstoff verschwendet wird.

Gibt es denn Alternativen?

Migros Genf bietet seit längerem Plastiktüten an, die dann als Abfallsäcke benützt werden können. Diese Philosophie halte ich für richtig: Dass man die wertvollen Ressourcen wiederverwertet. Auch die Migros Bern bietet Alternativen an. Wenn Genf und Bern es können, können es die anderen auch.

Wie geht es jetzt weiter?

Der Entscheid ist gefallen, jetzt muss man ihn umsetzen. Wichtig ist, dass die Bundesverwaltung Kontakt mit den Grossverteilern aufnimmt und sie gemeinsam eine Lösung finden. Man muss das mit Vernunft angehen, damit die Kosten tragbar sind und die Lösung partnerschaftlich erfolgt.

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