Politik

Doktortitel fürs Abschreiben? Neuer Wirbel um Christoph Mörgeli

Neue Runde: Christoph Mörgeli steht wieder in der Kritik.

Neue Runde: Christoph Mörgeli steht wieder in der Kritik.

Die Vorwürfe an SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli sind happig: Rund ein Dutzend Doktorarbeiten soll der Professor abgesegnet haben, obwohl hunderte Seiten Wort für Wort abgeschrieben wurden. Und Mörgeli habe alles gewusst.

War es wirklich so simpel? Schritt für Schritt erzählt ein anonymer Arzt, der von Christoph Mörgeli als Experte betreut wurde, wie einfach es war, an den Doktortitel zu kommen. Dies berichtet die «Rundschau» auf SRF. «Er gab mir alte Texte, die ich übersetzen sollte. Von einem wissenschaftlichen Ansatz keine Spur», geht der Absolvent der Universität Zürich mit dem Politiker hart ins Gericht.

Kein Einzelfall

Bisher sind rund ein Dutzend Fälle bekannt, die nach diesem Muster abgelaufen sein sollen. Eine betroffene Ärztin sagt: «Ich übersetzte Dokumente vom Bulgarischen ins Deutsche. Das reichte für den Titel. Mörgeli kritisierte einzig die Rechtschreibung.» Im November 2012 wurde Mörgeli von der Universität Zürich aus fachlichen Gründen entlassen. Mörgeli selbst führt politische Gründe ins Feld.

Mörgeli vermutet Verschwörung

Der 52-Jährige stellt sich in der «Rundschau» den Vorwürfen, ist sich keiner Schuld bewusst: «Allein das Transkribieren und das Befassen mit den alten Schriftstücken erfordert einen wissenschaftlichen Umgang. Der Aufwand ist enorm», gibt er zu verstehen. Viel mehr wittert Mörgeli hinter der Kritik eine Verschwörung des linken Lagers. Es werde nun zusammengespannt, um ihn öffentlich zu desavouieren. Dem SRF wirft Mörgeli eine Instrumentalisierung vor.

Der Zürcher Professor wurde noch innerhalb der Sendung von Moderator Sandro Brotz gefragt, ob er nach diesen Anschuldigungen zurücktreten werde. «Ich lasse mich doch nicht aus dem Amt jagen», schloss Mörgeli die Diskussion ab.

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