Fusion

Döttingen und Klingnau sind verlobt

Bald eine Gemeinde? Klingnau (im Vordergrund) und Döttingen (links im Bild) liebäugeln mit einer Fusion. (Angelo Zambelli)

Fusion Döttingen Klingnau

Bald eine Gemeinde? Klingnau (im Vordergrund) und Döttingen (links im Bild) liebäugeln mit einer Fusion. (Angelo Zambelli)

Die Gemeinderäte von Döttingen und Klingnau liessen die Bombe in passender Umgebung platzen: Im Trauzimmer des Schlosses Klingnau gaben sie bekannt, dass sie eine Fusion anstreben.

Angelo Zambelli

Der Döttinger Gemeindeammann Peter Hirt legte die Gründe dar, weshalb die beiden Räte einstimmig zur Überzeugung gelangt sind, dass eine Fusion geprüft werden soll: «Döttingen und Klingnau sind geografisch zusammengewachsen. Jede positive oder negative Entwicklung der einen Gemeinde beeinflusst unweigerlich auch die Entwicklung der anderen. Die funktionalen Räume stimmen nicht mehr mit den politischen Grenzen überein. Ein Grossteil der Bevölkerung denkt und lebt nicht mehr in den politischen Gemeindegrenzen.»

Ein weiterer Grund für die Verlobung der beiden Gemeinden im unteren Aaretal sei die schwierige Rekrutierung von Behördemitgliedern und Verwaltungspersonal, sagte Hirt. «Heute werden in kleinen und mittleren Gemeinden die Politiker gewählt und nicht mehr ausgewählt.» Erschwerend komme hinzu, dass die von den Behörden zu lösenden Aufgaben immer komplexer und zeitaufwändiger werden.

Beim Abwägen all dieser Fakten und basierend auf einer von beiden Gemeinden durchgeführten Analyse sind die beiden Gemeinderäte zum Schluss gelangt, dass Döttingen und Klingnau aufgrund ihrer Grösse und ihrer finanziellen Perspektiven einzeln überleben könnten. Ein Zusammengehen würde im Hinblick auf eine langfristige Entwicklung der beiden Gemeinden und der gesamten Region aber doch Sinn machen.

«Erhoffen Leuchtturmfunktion»

Peter Bühlmann, Gemeindeammann Klingnau, skizzierte die Vorteile des anvisierten Zusammenschlusses: «Wir erhoffen uns, dass die neue Gemeinde im unteren Aaretal als Leuchtturm in Form eines Versorgungs- und Wirtschaftszentrums wahrgenommen wird. Starke und leistungsfähige Gemeinden sind eine wesentliche Voraussetzung für das Wohlergehen und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region und unseres Kantons.» Den Anstoss zur Verlobung von Döttingen und Klingnau haben die Gemeindereform Aargau (Gerag) sowie das Förderprojekt «Vision Zurzibiet» des Planungsverbandes gegeben. «Beide Projekte haben dazu geführt, dass sich die Gemeinderäte Gedanken über die strukturellen Probleme ihrer Gemeinde sowie über entsprechende Lösungen gemacht haben.» Der Zeitplan sieht vor, bis zu den Winter-Gemeindeversammlungen 2010 einen Grundlagenbericht zu erarbeiten. Gleichzeitig werden die Klingnauer und Döttinger Stimmberechtigten ersucht, ein Verhandlungsmandat sowie den entsprechenden Projektierungskredit zu erteilen.

Als Fernziel formulieren die beiden Gemeinderäte, die Fusion auf Ende der Legislaturperiode 2010-2013 Wirklichkeit werden zu lassen.

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