Ärztezentrum
Doch kein Ärztezentrum

Das geplante Fachärztezentrum in Menziken entstehe kaum wie geplant, sagen die Initianten und begründen es mit dem Ärztestopp.

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Aargauer Zeitung

Der ehemalige Sitz der Bank in Menziken steht seit zwei Jahren leer, die Rollläden sind geschlossen. Einzig ein Werbeplakat an der Front des Gebäudekomplexes erinnert daran, dass hier Grosses geplant ist. Ende Oktober 2007 teilte die Miteigentümerin, Plan & Haus design GmbH, Sursee, mit, sie wolle im ehemaligen Bankgebäude «das Fachärztezentrum Aargau Süd» einrichten.

Jörg Jezowski, Geschäftsführer von Plan & Haus erklärt auf Anfrage, sie müssten wegen des Ärztestopps noch zuwarten und schauen, wie sich das weiterentwickle, noch fehlten genügend Interessenten. Und Jezowski erwähnt auch das Asana-Spital, das einen Ausbau mit einem Annexbau plane.Beat Füglistaler, Direktor des Asana-Spitals Menziken, bestätigt, dass sein Haus ganz auf den geplanten Annexbau setze, um die räumliche Not zu überwinden. Im Moment sehe er für sein Spital keine Synergien mit einem Ärztezentrum im Dorf.

Auch Fachärzte gesucht

Ausgeschrieben sind Praxisräume in Miete für Fachärzte verschiedener Disziplinen wie Sportmedizin, Neurologie, Gynäkologie, HNO Arzt, Plastische Chirurgie, Dermatologie und Allgemeine Medizin. Eigentümer der Immobilie sind die beiden Firmen Plan & Haus, design GmbH in Sursee und die Zollinger und Partner, Immobilien, in Adligenswil.

Die Initianten sehen im Oberwynental ein Einzugsgebiet mit 35 000 Einwohnern (10 Kilometer Umkreis) und damit den Bedarf erwiesen. Peter Zollinger von der Immobilien-Firma Zollinger erklärt, dass das Projekt wohl abgeändert werde und für die Vermietung eine konventionelle Lösung gesucht werde. Der Ärztestopp des Kantons verhindere den Zuzug von Fachärzten, die von den Krankenkassen zugelassen würden, sagt Zollinger. Zudem werde ja das Regionalspital einen Annexbau realisieren.

Teilargument Ärztestopp

Der Kanton setze den vom Bund verhängten Ärztestopp nach dem Bedarfsprinzip um, erklärt Dorina Jerosch vom Rechtsdienst im Gesundheitsdepartement. «Stellt ein Arzt ein Gesuch für die Bewilligung einer neuen Praxis, klärt der Kanton den Bedarf ab und legt das Anliegen unter anderem dem Ärzteverband und der betroffenen Gemeinde zur Stellungnahme vor.» Sei der Bedarf ausgewiesen, zum Beispiel für einen Grundversorger in allgemeiner Medizin, so stehe der Bewilligung kaum etwas im Weg. Der Stopp wirke sich vor allem bei den Spezialärzten aus. Allgemeinpraktiker als Hausärzte, seien vielerorts sehr gesucht.

Das ehemalige Bankgebäude hat eine nutzbare Fläche von 3052 Quadratmetern. Erbaut wurde es 1993.