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DNA-Fahndung nach Fall Rupperswil ausweiten? SP-Wermuth und SVP-Imark streiten über Chancen und Gefahren

DNA-Fahndung ausweiten? Der "TalkTäglich" mit Cédric Wermuth und Christian Imark

DNA-Fahndung ausweiten? Der "TalkTäglich" mit Cédric Wermuth und Christian Imark

Hätte man so einen Fall Rupperswil früher aufklären können? Justizministerin Keller-Sutter will, dass die Polizei bei Verbrechen künftig DNA-Spuren genauer auswerten darf – z.B. nach Haar-, Augen- und Hautfarbe. Doch bei welchen Verbrechen soll diese Methode eingesetzt werden? Und wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Kommt es nicht zu Vorverurteilungen?

Beide Politiker sehen in der erweiterten DNA-Analyse Vorteile, die bei der Täterfahndung und Aufklärung von Verbrechen helfen können und auch genutzt werden sollten. Es werden aber auch Bedenken geäussert.

DNA-Analysen sind bereits heute unverzichtbar, wenn es um die Verbrechensbekämpfung geht.  Nun möchte die neue Justizministerin Karin Keller-Sutter die Anwendung ausweiten und der Polizei mehr Kompetenzen verleihen. Künftig würde es dann möglich sein gezielt nach körperlichen Merkmalen zu fahnden. Merkmale wie Alter, Haar-, Augen- und Hautfarbe dürften dann aus der DNA gelöst und ausgewertet werden. Auch DNA-Profile von Familienangehörigen der Täter dürften genutzt werden.

Könnten mit einer derartigen Ausweitung der DNA-Analyse Verbrechen wie der Fall Rupperswil früher aufgeklärt werden? Bei welcher Art von Verbrechen soll diese Methode eingesetzt werden? Und wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Kommt es nicht zu Vorverurteilungen? 

Im "TalkTäglich" diskutieren die beiden Nationalräte Cédric Wermuth (SP) und Christian Imark (SVP) über Chancen und Gefahren der möglichen Ausweitung.

Beide Politiker sehen in dieser technischen Möglichkeit Vorteile, die bei der Täterfahndung und Aufklärung von Verbrechen helfen können und auch genutzt werden sollten.

Während Imark weniger Berührungsängste hat, rät Wermuth zur Vorsicht. In einem liberalen Staat sollte man laut Wermuth mit Überwachungsmöglichkeiten zurückhaltend sein und dem Staat nur jene Informationen über die Bürgerinnen und Bürger geben, die er unbedingt braucht. Wermuth möchte verhindern, dass bei einer Ausweitung der DNA-Analyse die sensiblen Daten in einer Datenbank gespeichert werden und jeder Zeit ungehindert verwendet werden können.

Ohne klare Beschränkungen und Gesetze könnten diese Daten missbraucht werden, so Wermuth. Er fordert drei klare Einschränkungen: Eine erweiterte DNA-Fahndung sollte nur bei bestimmten Fällen zur Anwendung kommen dürfen – schwere Taten bei denen Gefahr für «Leib und Leben» besteht, darüberhinaus dürften die Daten nur solange gespeichert werden wie nötig und niemand, der seine Strafe verbüsst hat, sollte in dieser Datenbank gespeichert bleiben.

SVP-Nationalrat Christian Imark würde die erweiterte DNA-Fahndung breiter anwenden. Ein Taschendiebstahl beispielsweise wäre ein Grund, um die merkmalgestützte DNA-Analyse anzuwenden. Für ihn ist es eine Frage der Effizienz. Imark erhofft sich von der erweiterten Analyse eine schnellere Eingrenzung des Täterkreises und den Ausschluss von Unschuldigen. Ebenfalls befürwortet er eine Speicherung der Daten, um Wiederholungstäter leichter überführen zu können. Bedenken vor möglichem Missbrauch oder Fehlbarkeit der Technik hat er weniger. (mon)

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