Budget Dietikon
Dietikon rechnet mit grossem Defizit

Steigende Ausgaben im Bereich Bildung und der sozialen Wohlfahrt machen der Stadt Dietikon zu schaffen. Der Steuerfuss wird trotzdem um ein Prozent gesenkt. Allerdings nicht freiwillig.

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Die Hoologans wurden auch mit Geldstrafen gebüsst (Symbolbild)

Die Hoologans wurden auch mit Geldstrafen gebüsst (Symbolbild)

Keystone

Sandro Zimmerli

«Das ist das schlechteste Budget, das ich in meiner Amtszeit präsentieren muss», sagte Dietikons Finanzvorstand Rolf Schaeren, als er gestern über den Voranschlag für das kommende Jahr informierte. So rechnet man im Bezirkshauptort für 2010 mit einem Defizit von rund sieben Millionen Franken. Darin eingerechnet sind ein Zuschuss von 14 Millionen Franken aus dem Steuerkraftausgleich und ein vom Kanton zugesicherter Betrag von 3,5 Millionen Franken aus dem Steuerfussausgleich. Damit liegt das für 2010 budgetierte Defizit nochmals rund eine Million Franken über demjenigen im Voranschlag 2009.

Hohe Beiträge vom Kanton

Allerdings, so Schaeren, sei davon auszugehen, dass in der laufenden Rechnung ein Ertragsüberschuss von rund 2 Millionen Franken resultiere. Dies sei einerseits auf Mehreinnahmen von rund einer Million Franken bei den Steuererträgen sowie einem Mehrertrag von rund drei Millionen Franken aus den Steuern der Vorjahre zurückzuführen. Zudem konnte aus dem kantonalen Finanzausgleich ein Steuerkraftausgleichsbetrag von rund 17,7 Millionen vereinnahmt werden. Dies seien rund 4,3 Millionen Franken mehr als budgetiert.

Eine weitere gute Nachricht gibt es für die Steuerzahler. So wird der Steuerfuss von 123 Prozent auf 122 Prozent gesenkt. Diese «paradoxe Situation», so Schaeren, gehe aber nicht auf einen Entschluss des Stadtrates zurück, sondern sei vom Kanton vorgeschrieben. Jedes Jahr wird das Kantonsmittel der Steuerfüsse errechnet. Gemäss dieser Berechnung wird der Maximalsteuerfuss festgelegt. Dieser stand bis anhin auf 123 Prozent. Aufgrund der guten Rechnungsabschlüsse der vergangenen Jahre in vielen Gemeinden und den damit verbundenen Steuerfussreduktionen ist das Kantonsmittel von 113 auf 112 gesunken. Dementsprechend muss der Maximalsteuerfuss ebenfalls um einen Prozentpunkt nach unten korrigiert werden (Ausgabe vom 26. Juni).

Diese Steuerfussreduktion hat allerdings nur einen kleinen Einfluss auf das zu erwartende schlechte Ergebnis für nächstes Jahr. «Der grösste Ausgabenposten bleibt die Schule. In diesem Bereich schlagen die Einführung der Tagesstrukturen und der Schulleitungen nun voll durch. Insbesondere bei den Lohnkosten», hielt Schaeren fest. Die Ausgaben für die Bildung werden auf rund 30 Millionen Franken beziffert, was gegenüber dem Voranschlag 2009 einer Erhöhung von rund 600 000 Franken entspreche.

Ebenfalls steigend sind die Aufwendungen im Bereich der sozialen Wohlfahrt. «Wir rechnen damit, dass sich die Wirtschaftskrise im nächsten Jahr bemerkbar machen wird», sagte Schaeren. Ebenfalls wegen der angespannten wirtschaftlichen Situation plane man mit weniger Steuereinnahmen.

Nettoverschuldung steigt

Auf der Investitionsseite sind im allgemeinen Gemeindehaushalt rund 18,3 Millionen Franken eingeplant. Die grössten Einzelpositionen sind die Sanierung des Altersheim Ruggacker und die letzte Tranche für den Umbau des Restaurants Krone.

In den kommenden Jahren stünden zudem, so Schaeren, grössere Investitionen für die Sanierung des Freibades sowie des Spitals Limmattal und die Verbindung der neuen Parkgarage an der Zentralstrasse mit derjenigen des Löwenzentrums an. Insgesamt rechnet man in der Finanzplanung 2009 bis 2013 mit einem Investitionsvolumen von rund 83 Millionen Franken. Diese grossen Investitionen und die tiefen Bruttoüberschüsse hätten zur Folge, dass die Nettoverschuldung bis Ende der Planungsperiode auf rund 50 Millionen Franken anwachsen dürfte.