Bettina Hamilton-Irvine

Die Umgestaltung der Dietiker Kronenliegenschaften ist ein Megaprojekt: Rund 24,5 Millionen soll das Ganze kosten. Welche Gebäude davon im Eigentum der Stadt verbleiben und wie sie genutzt werden, ist dabei schon mehrmals – gerade beim «Alten Bären» – zum Politikum geworden. Die Stadt betonte von Anfang an, dass Teile des Projekts an Investoren verkauft werden sollen. Doch gerade auch weil die «Krone» und die umliegenden Gebäude zu einem bedeutenden Dietiker Treffpunkt werden sollen, stand auch die Baurechtsabgabge des Landes rund um die «Krone», welche auf jeden Fall im Eigentum der Stadt verbleibt und im April eröffnet werden soll, zur Diskussion.

Querfinanzierung möglich

So wandte sich der mittlerweile abgewählte Gemeinderat Martin Müller (Liberale Liste) letztes Jahr mit einer Interpellation zu diesem Thema an den Stadtrat. Er wollte wissen, ob für die Grundstücke rund um die «Krone» die Variante Baurecht in Erwägung gezogen werde.

Im Juni 2009 antwortete der Stadtrat, es sei «noch nicht erkennbar», ob die Realisierung der Überbauung Kronenliegenschaft mit einem Verkauf von Projekt und Land oder über Baurechtsverträge erfolgen soll. Man sei sich bewusst, dass man «vor allem bei sehr attraktiven Objekten» normalerweise einen Baurechts-Vertragspartner finde. Doch Investoren wie Pensionskassen und Immobilienfonds würden ihr Geld tendenziell lieber in Liegenschaften auf eigenem Land anlegen.

Nun hat sich der Dietiker Stadtrat entschieden, dass auf jeden Fall vier Gebäude der Kronenliegenschaften zusammen mit einer Baubewilligung und einem Landanteil verkauft werden. Dies sei nötig, da die Einnahmen aus dem Verkauf eine Querfinanzierung der zu sanierenden Gebäude erlaube, sagt Stadtpräsident Otto Müller.

Gebäude werden abgerissen

Geplant sind auf diesem Landteil gemäss dem Projekt «Flussbalkone» der Architektin Tilla Theus Mehrfamilienhäuser mit Eigentumswohnungen. «Damit die neuen Bauten entstehen können», erklärt Müller, «müssen die Gebäude Brechtbühl, das alte Bauamt und das ehemalige Schlachthaus weichen. Es wird ein bewilligtes Projekt verkauft mit Landanteil, darauf sind die alten, teilweise baufälligen Gebäude.»

Dass die Kronenüberbauung als Dietiker Symbolliegenschaft auch der Dietiker Bevölkerung gehören soll, sei kein Argument für das Baurecht, so Müller. Schliesslich verbleibe ein beträchtlicher Teil im Eigentum der Stadt: «Dieser gehört weiterhin der Dietiker Bevölkerung.» Ausserdem seien Wohnbauten im Baurecht für zukünftige Besitzer definitiv weniger interessant. Und aufgrund der Baurechts-Laufdauer von 50 bis 100 Jahren wäre der Einfluss der Stadt über längere Zeit gar nicht gegeben, gibt Müller zu bedenken. Hingegen wird der Käufer an eine Architekturverpflichtung gebunden. «Gegenwärtig finden Gespräche mit interessierten Käufern statt», so Müller.

«Alter Bären» wird saniert

Noch nicht konkret äussern will sich Müller zur Zukunft des «Alten Bären»: Während die Zehntenscheune für kulturelle Zwecke eingesetzt werden soll, sei die Nutzung des «Alten Bären» nach wie vor offen. Beide Gebäude werden jedoch saniert und nicht abgerissen.