«Weil die Schweizer einfach Idioten sind.» So beantwortet der Zürcher Moderator und Late-Night-Talkmaster Dieter Moor die Frage eines n-tv-Journalisten, weshalb das Verhältnis zwischen Deutschen und Schweizern derzeit so angespannt sei.

Im Interview plaudert der TV-Moderator und Buchautor, der im deutschen Bundesland Brandenburg einen Bio-Bauernhof betreibt, frisch von der Leber weg - und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.

Den Schweizern fehle es an Selbstbewusstsein. Sie verfälschten permanent ihre Geschichte: «Entgegen der Mythen war die Schweiz vor ein paar hundert Jahren das Afghanistan Europas. Erst Napoleon habe die «ärmsten Leute» zur Demokratie gezwungen. Denn zuvor sei die Schweiz nicht demokratiefähig gewesen. Im Gegenteil: Moor erinnert an die Religionskriege «mit tausenden Toten». Zudem hätte eine Bildungsmisere um sich gegriffen.

Die Schweiz – ein Volk von Igeln

Auch wenn die Schweizer seit Schiller und Wilhelm Tell glaubten, freiheitswillig zu sein – sie seien es nie gewesen, so Moor. Deshalb igelten sich die Schweizer auch so ein und beriefen sich auf die Neutralität. «Jeder, der von aussen kommt, wird von den Schweizern als jemand empfunden, der etwas wegnehmen will», schlussfolgert Moor.

Das erkläre auch die Angst vor der EU: Mit der Eurokrise hätten Europagegner in der Schweiz Auftrieb wie nie. Faktisch gehöre man trotzdem fast zur EU. Nur: Man wolle den Franken auf gar keinen Fall aufgeben. Man glaube ja auch, den Franken erfunden zu haben. «Dabei wurde auch der von Napoleon aufgezwungen», so Moor.

Moor will den deutschen Pass

Die Rickli-Debatte – die Aussage der SVP-Nationalrätin, es gebe zu viele Deutsche in der Schweiz, machte auch in Deutschland viel von sich reden – findet Moor einfach nur peinlich. Es sei typisch schweizerisch, gegen den Deutschen an sich nichts zu haben, sich aber ob der Masse zu stören. «Dafür geniere ich mich», so Moor.

Der Wahldeutsche will noch dieses Jahr einen deutschen Pass beantragen. Die Schweizerische Staatsbürgerschaft verliere man aber nie richtig. Zwar müsse er seinen Pass offiziell zurückgeben, Schweizer sein sei aber wie Hochadel. Das werde man nie los. (dfu)