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Diesmal am Morgen nicht zuerst in den Stall

Ernst Stocker geht gestählt aus dem Wahlkampf hervor und will Daniel Jositsch bald ein gutes Glas Wein spendieren

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Limmattaler Zeitung

Herr Stocker, Sie wurden als stets ausgeglichen charakterisiert, nie säuerlich, nie überschwänglich. Aber nach dieser Wahl findet doch wohl ein Fest statt?

Ernst Stocker: Klar wird gefeiert, aber im kleinen Kreis.

Und am Montag früh geht es zuerst in den Stall zum Melken und dann in den Kantonsrat?

Stocker: Diesmal nicht in den Stall, denn ich bin bereits am frühen Morgen für zwei Interviews gebucht. Und nach dem Kantonsrat findet eine Sitzung des Stadtrats von Wädenswil und anschliessend die Sitzung des Gemeindeparlaments statt. Den Stall besorgen morgen meine Frau und mein Sohn.

Also wartet ein gerüttelt Mass an Arbeit auf Sie. Was nehmen Sie als Erkenntnis aus dem Wahlkampf mit?

Stocker: Ich gehe sicher gestählt daraus hervor. Im Wahlkampf lernt man eine Menge, vor allem auch, dass man jedes Wort auf die Goldwaage legen sollte, bevor man es ausspricht. Ich überlege es mir jetzt lieber dreimal, bevor ich etwas sage.

Tragen Sie auch Blessuren davon?

Stocker: Nein, das nicht. Daniel Jositsch und ich haben im Übrigen abgemacht, dass wir bald einmal ein gutes Glas Wein zusammen trinken werden.

Das wer spendiert?

Stocker: Ich natürlich.

Sie sind jetzt zwar gewählt, aber Rita Fuhrer tritt erst auf Ende April 2010 von ihrem Amt zurück. Sie haben also noch eine lange Durststrecke vor sich.

Stocker: Ich sehe das nicht als Durststrecke. Zum einen ist es recht angenehm, gewählt zu sein und doch noch keine Verantwortung zu tragen, zum andern bin ich ja noch Kantonsrat und bis Mitte Februar Stadtpräsident von Wädenswil. Da geht mir die politische Arbeit nicht aus.

Der Regierungsrat verteilt die einzelnen Direktionen, aber wäre es Ihnen recht, wenn Ihnen das Ressort von Rita Fuhrer zugeteilt würde?

Stocker: Auf jeden Fall.

Das Flughafendossier ist eines, an dem man sich die Finger verbrennen kann. Haben Sie ein Rezept, das zu guten Lösungen führt?

Stocker: Dass man sich die Finger verbrennen kann, stimmt. Wichtig ist es, Vertrauen zu schaffen und der Bevölkerung Lösungen anzubieten. Solche Lösungen sind zu erarbeiten. Ich muss mich jetzt erst ins Dossier einarbeiten. Wichtig ist sicher, dass man die vom Regierungsrat verlangte Nachtflugregelung mit einer längeren Nachtruhe gegenüber heute auch durchsetzen kann.

Welches ist in Ihren Augen das wichtigste Problem, das der Kanton lösen muss?

Stocker: Das Finanzproblem. Der Finanzhaushalt muss ins Gleichgewicht gebracht werden.

Aber kaum mit einer dreiprozentigen Steuerfusssenkung, wie das Ihre Partei, die SVP, jetzt durchsetzen will?

Stocker: Ich habe mich gegen diesen Antrag ausgesprochen, aber die SVP-Fraktion hat anders entschieden.

Als Regierungsrat braucht man ein dickes Fell. Haben Sie sich dieses schon zugelegt?

Stocker: Als Exekutivmitglied kann man es nie allen recht machen. Aber man kann sich bemühen, die Anliegen aus dem Volk aufzunehmen und nach Lösungen zu suchen. (abr.)

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