Coronavirus

Dieses Wochenende ist der Corona-Test: Wie diszipliniert sind die Leute?

Die Behörden helfen nach: Das Luzerner Quai wird abgesperrt.

Die Behörden helfen nach: Das Luzerner Quai wird abgesperrt.

Werden die Regeln nicht eingehalten, drohen schärfere Massnahmen. Tourismus-Legende Hans Peter Danuser warnt vor Osterferien.

Bis zu 21 Grad warm soll es dieses Wochenende werden. Es wird schwierig, die Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit einzuhalten. Deshalb schwor der Gesundheitsminister Alain Berset gestern via Pressekonferenz noch einmal die Bevölkerung darauf ein, zu Hause zu bleiben. Er sagte: «Wir müssen jetzt stark sein. Das gute Wetter kommt.»

Er appellierte an die Bevölkerung, über die Ostern zu Hause zu bleiben. Dieses Wochenende wird ein Testlauf für Ostern sein, auch wenn dies der Bundesrat so direkt nicht sagt. Sollten sich die Menschen nicht an die Empfehlungen des Bundesrates halten, drohen nächste Woche schärfere Massnahmen.

Es ist allerdings ohnehin schwierig, am Wochenende irgendwo hinzufahren. Die allermeisten Hotels sind zu und die SBB haben den Verkehr heruntergefahren und beliebte Seepromenaden und Parkanlagen sind vielerorts gesperrt.

Im Fokus stehen darum vor allem die Besitzer von Ferienwohnungen. Für sie ist es am schmerzhaftesten, dass sie ihr Eigentum nicht aufsuchen dürfen. Jetzt, wo viele wegen Zwangsferien oder Kurzarbeit Zeit hätten.

Nicht einmal die Hauseigentümer mögen murren

Wenn in Bern etwas entschieden wird, dann geht oft ein Murren durch die Täler der Schweiz. Doch in dieser Ausnahmesituation der Coronakrise ist es anders. Wo man auch fragt, die Massnahmen stossen auf Zustimmung. Tourismus-Werber schreiben «Dream Now – Travel later» auf ihre Website. Nur träumen soll man, nicht in die Ferien.

Nicht einmal der Hauseigentümerverband, dem das Eigentum heilig ist, wagt, die Empfehlung des Bundesrates zu kritisieren. Anruf bei der Schweizer Tourismusikone Hans Peter Danuser. Was sagt er, der 30 Jahre lang Kurdirektor von St.Moritz war? Darf man nicht wenigstens ins Chalet kommen und sich dort einschliessen? «Es ist unglaublich. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass wir den Unterländern zurufen: Kommt nicht hoch!

Aber nun ist es leider nötig. Man muss sich vorstellen, was in Bergamo los ist. Tausende Tote. Und Bergamo liegt Luftlinie nur 90 Kilometer von St.Moritz entfernt. Wir müssen das Coronavirus absolut ernst nehmen!», sagt er am Telefon. Mit 72 Jahren gehört er zur Risiko-Gruppe.

Hans Peter Danuser ist in einer delikaten Situation. Er hat einen zweiten Wohnsitz auf einer Halbinsel auf dem Comersee. In Norditalien also, das ­besonders unter der Coronapandemie leidet und darum sehr strikte Mass­nahmen erlassen hat. Es herrscht ­Ausgangssperre. Nur mit einem Pas­sierschein, den man im Internet herunterladen und dann ausdrucken muss, darf die Familie aus dem Haus. Etwa, um einzukaufen.

Darf der Ex-Kurdirektor wieder zurück nach Italien?

Gestern fuhr Ex-Kurdirektor Hans Peter Danuser nach St.Moritz, wo er sein Auto aus der Garage abholte. An der Schweizer Grenze warnte ihn ein Zöllner, es sei nicht garantiert, dass er wieder nach Italien einreisen kann. Doch er hofft, dass man ihn wegen seiner Familie passieren lassen wird.

Es ist diese Situation, die Danuser für die Coronakrise sensibilisierte. Darum sagt er Sätze wie diese: «Es tut mir im Herzen weh. Ferienhäuschenbesitzer sind unsere treuesten Kunden. Aber es ist nun wirklich nötig, dass sie zu Hause bleiben. Wir können die Spitäler nicht dem Risiko von zusätzlicher Belastung aussetzen. Wenn wir Glück haben, passiert nichts, aber wir wollen es nicht riskieren.»

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