«Dieses Resultat strahlt national aus»

Beatrice Simon, BDP, erhaelt Gratulationen von BDP-Staenderat Werner Luginbuehl, zu ihrer Wahl in den Regierungsrat des Kanton Bern. © Yoshiko Kusano/EQ Images

«Dieses Resultat strahlt national aus»

Beatrice Simon, BDP, erhaelt Gratulationen von BDP-Staenderat Werner Luginbuehl, zu ihrer Wahl in den Regierungsrat des Kanton Bern. © Yoshiko Kusano/EQ Images

Hans Grunder, Präsident der BDP Schweiz, sieht sich und seine Partei als grosse Sieger der Berner Wahlen. «Wir haben den Beweis erbracht, dass man uns ernst nehmen muss», sagt Grunder.

Sie machen einen ausgelassenen Eindruck. So richtig euphorisch kann die BDP nach den Berner Regierungsratswahlen aber doch nicht sein.
Hans Grunder:
Und ob sie das kann! Unsere Kandidatin Beatrice Simon wurde als einzige Nichtbisherige in den Regierungsrat gewählt.

Frau Simon hat allerdings kein wirklich berauschendes Resultat erzielt. Lange musste sie um die Wahl sogar zittern.Grunder: Am Schluss hat sie 7000 Stimmen mehr gemacht als der zweite SVP-Kandidat. Ich habe kein so gutes Resultat erwartet. Im Übrigen sind für mich als Parteipräsidenten die Parlamentswahlen als Gradmesser ohnehin wichtiger. Diese Zahlen können sich erst recht sehen lassen. Selbst im Berner Oberland haben wir, so weit ich sehe, mehr als 10 Prozent erzielt.

Was bedeutet dieses Wahlergebnis für die BDP Schweiz?
Grunder:
Wir haben in Bern den Beweis erbracht, dass man uns ernst nehmen muss. Das wird national fraglos ausstrahlen – auf die beiden anderen BDP-Gründungskantone Glarus und Graubünden sowieso. Es wird aber auch dort Wirkung zeitigen, wo die BDP auf der grünen Wiese begonnen hat.

Was wird dort nun passieren?
Grunder:
Die dortigen Sektionen werden sich jetzt aus der Deckung wagen und ihre Kandidaten unter anderem für die eidgenössischen Wahlen 2011 aufbauen. Ich habe das in Bern schon einmal erlebt: Hier hat man zunächst auch lange gezögert, ehe sich die Leute in den Gemeinden für die BDP engagiert haben. Das hat mich damals übrigens verletzt, heute weiss ich: Zuwarten gehört zur Politik. Aber auch das Zugreifen, wenn sich Chancen bieten.

Sie waren persönlich verletzt?
Grunder:
In meiner Wohngemeinde im Emmental ist die BDP-Sektion erst ein halbes Jahr nach der Berner Partei gegründet worden. Es hat mich enttäuscht, dass es anfangs selbst in meinem Umfeld nicht vorwärtsgehen wollte. Doch das ist vorbei: Heute zählt die Sektion 120 Mitglieder.

Noch einmal zu den Regierungswahlen: Wem haben die Leute eigentlich die Stimme gegeben: Beatrice Simon oder Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf?
Grunder: Ganz gewiss Frau Simon. Ihre Wahl stützt aber selbstverständlich die Position unserer Bundesrätin. Immerhin hat sich Frau Widmer-Schlumpf im Berner Wahlkampf stark engagiert.

Sind ihre Chancen, als Bundesrätin bestätigt zu werden, an diesem Wochenende gestiegen?
Grunder: So weit gehe ich nicht. Ich sage nur: Wenn wir bei den eidgenössischen Wahlen 2011 grossen Erfolg haben, werden ihre Chancen sicher gesteigert.

Wie lautet das entsprechende Wahlziel?
Grunder: Zehn Sitze im Parlament. Das wären doppelt so viele wie heute.

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