Einbürgerungs-Ja

«Dieses Ja gibt Hoffnung für eine Zeitenwende»

Annina Fröhlich ist Kampagnenleiterin der Operation Libero.

Annina Fröhlich ist Kampagnenleiterin der Operation Libero.

Operation Libero gewinnt zum dritten Mal gegen die SVP, Annina Fröhlich sagt, warum.

Vor der Abstimmung rechnete man mit einem Volksmehr, zweifelte aber am Zustandekommen des Ständemehrs. Nun klappte es mit beidem locker – und sogar in Oberwil-Lieli, der Heimatgemeinde des Aargauer SVP-Nationalrats Andreas Glarner, gabs ein Ja. Macht Sie das speziell glücklich?

Annina Fröhlich: Glücklich bin ich, weil wir und unsere Verbündeten, die auf die Kraft der Fakten setzten, die Faktenverdreher um Andreas Glarner besiegt haben. Uns ist es gelungen, seine Angstkampagne zu entlarven – sogar in Oberwil-Lieli (schmunzelt). Dieses Ja gibt Hoffnung für eine Zeitenwende: Für eine Politik hin zum Chancenland Schweiz, in dem Wille und Leistung und nicht Herkunft zählen.

Der Abstimmungskampf war flau – bis Glarner mit den Burka-Plakaten auf den Plan trat. War er Ihr bester Abstimmungshelfer?

Die SVP-Plakate haben unser Crowdfunding explodieren lassen – unzählige Kleinspender steuerten insgesamt mehr als 150 000 Franken bei. So hatten wir die Möglichkeit, unseren Argumenten Gehör zu verschaffen. Nun muss selbst Glarner merken: Das Stimmvolk lässt sich nicht für dumm verkaufen.

Dieses Ja allerdings ist ein kleiner Wurf: In den nächsten zehn Jahren kommen gerade mal 2300 Personen pro Jahr neu für eine erleichterte Einbürgerung infrage.

Richtig. Das Bürgerrecht ist noch lange nicht so liberal, wie wir es möchten.

Fordern Sie nun die erleichterte Einbürgerung für Secondos?

Wir werden weitere Fortschritte im Bürgerrecht fordern. Auch Secondos sollen sich politisch beteiligen dürfen. Aber wir sind uns bewusst, dass in der Schweiz nur kleine, pragmatische Schritte möglich sind.

Erst einmal stehen nun europapolitische Entscheidungen an.

Wir hoffen, dass die SVP und die Auns die Kündigungsinitiative der Personenfreizügigkeit wie angekündigt lancieren, damit wir sie dann an der Urne bodigen können – und endlich Klarheit haben, wie sich unsere Beziehungen zu Europa entwickeln sollen. Weil sich die Auns offensichtlich schwertut, helfen wir ihr mit dem Initiativtext. Unser Vorschlag beinhaltet unter anderem: «Die EU wird verpflichtet, blöd genug zu sein, sich auf diesen Handel einzulassen.»

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