Bussen
Dieser Rekord-Radar blitzte letztes Jahr fast 60'000 mal

Ein Radar in Kanton Basel-Stadt hat letztes Jahr 59'634 mal Temposünder geblitzt und dem Kanton zu Einnahmen in Millionenhöhe verholfen. Im Bünderland auf der A13 hat es 52'000 mal geblitzt, was dem Kanton rekordhohe 6,7 Millionen Franken einbrachte.

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Radarfalle auf der A2 in Fahrtrichtung Norden blitzt schweizweit am häufigsten.

Radarfalle auf der A2 in Fahrtrichtung Norden blitzt schweizweit am häufigsten.

Nicole Nars-Zimmer

Wo blitzt es in der Schweiz am meisten? Und was bringt die Blitzerei den Kantonen ein? Die «Sonntagszeitung» hat alle 19 Kantone und 6 grössere Städte angeschrieben, die fest installierte Blitzer montieren. Die Frage lautete: Wie viele Fahrzeuge haben ihre «aktivsten» Blitzer im 2013 jeweils erwischt?

Über ein Drittel hat geantwortet. Demnach hat ein Radar auf der A 2 in Basel am häufigsten geblitzt. Geht es aber um die Einnahmen, dürften die beiden fest installierten Geräte der Bündner alle Schweizer Rekorde brechen. Zusammen nahmen die Standorte San Vittore und San-Bernardino-Tunnel letztes Jahr 10,4 Millionen ein.

Damit gehören sie sogar international zur Spitze. Allein der Blitzer von San Vittore brachte 6,7 Millionen Franken - doppelt so viel wie alle zwölf stationären Blitzer der Kantonspolizei Zürich zusammen. Der Rekordblitzer ist ausgesprochen gut angeschrieben.

Trotzdem fotografiert er im Schnitt 142 Autos täglich. 700 Autofahrer fuhren auf der 80er-Strecke letztes Jahr über 121. Das sind «grobe Verkehrsregelverletzungen» mit Anzeigen, mehreren Tausend Franken Busse und Ausweisentzug. Darunter sind viele Raser aus dem Ausland, die im Rechtshilfeverfahren angeklagt werden.

Zwischen 2006 und 2012 stiegen die Busseneinnahmen der Bündner von 3 auf über 10 Millionen Franken. Ein Grossteil davon dürfte von San Vittore kommen. Der Erfolg des Radars überfordert sogar die Finanzplaner in Chur. 2012 veranschlagten sie für Bussen fast 4 Millionen Franken zu wenig.

Geldgier kann man den Bündnern dennoch kaum unterstellen, denn ausgerechnet der wohl einträglichste Blitzer der Schweiz wird Ende 2014 demontiert. Der Grund: Die Fahrbahn wird erweitert, die Gefahrenstelle fällt weg. Einen Ersatz soll es nicht geben. (rsn)