Jobsuche
Dieser Mann ohne Hände findet einfach keinen Job

Behinderte Menschen sollen ins Arbeitsleben integriert werden, so will es die sechste IV-Revision. Doch entsprechende Stellen sind Mangelware. Dies zeigt der Fall von Querim Kurmekay, der seit 22 Jahren ohne Hände lebt.

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Seit sechs Jahren sucht Querim Kurmekay einen Job. Täglich bewirbt sich der 44-jährige Familienvater auf Stelleninserate. Doch Arbeitgeber, die den Mann anstellen, scheint es nicht zu geben. Vor 22 Jahren hat er bei einer Feldsprengung beide Hände verloren. Dies berichtet «Tele M1».

Seither meistert er sein Leben - auch ohne Hände. Trotz seiner Behinderung war er als Stapelfahrer in einem Tiefkühllager tätig. Weil er keine Handschuhe tragen konnte und daher die Kälte nicht ertrug, musste er diese Stelle aufgeben.

Gerne würde er wieder als Stapelfahrer arbeiten. Auch einen Job als Kurier oder Briefträger könnte er sich vorstellen. «Aber dafür bräuchte ich die Chance eines Arbeitgebers», meint er resigniert. Die Leute würden ihm nicht zutrauen, dass er seine Leistung erbringen könne.

Obschon die sechste IV-Revion fordert, dass Menschen mit Behinderungen wieder ins Arbeitsleben integriert werden, scheinen die entsprechenden Stellen Mangelware zu sein. «Der Arbeitsmarkt ist so ausgetrocknet. Welcher Arbeitgeber will da schon einen Behinderten einstellen», sagt Thomas Brunner. Der Präsident von Procap Aarau sagt auch, «dass ein Behinderter immer die zwei am Rücken hat.» (dno)