Peter Hämmerli lebt auf der Strasse. Eine Brücke in Zürich ist sein Dach über dem Kopf. Er ist ein Randständiger - sogar unter Randständigen, denn der 65-Jährige sucht keine Nähe zu den Menschen. Und dennoch: Er hat diese Lebensweise selbst gewählt. Damals vor 13 Jahren. Er wollte aussteigen, für nichts verantwortlich sein ausser für sich selbst.

Wer in Zürichs Westen wohnt, wer beim Autobahn-Ende beim Hardturm einfährt, der sieht in manchmal, diesen Peter Hämmerli, mit schweren Schuhen, wie er einen Handkarren hinter sich her zieht.

Nun hat sich die SRF-Sendung Reporter für ein Portrait an ihn herangewagt (Sonntag, SRF1, 21:40 Uhr). Der Titel: "Der Mann unter der Brücke". Autoren sind Simon Usteri und Heikko Böhm.

Peter Hämmerli

Peter Hämmerli

Hämmerli lebt von dem, was er auf der Strasse findet. Beispielsweise an der Langstrasse, wenn die Vergnügungssuchenden in ihrem Überfluss Getränke und Esswaren zurücklassen. Geld erhält er gemäss Heikko Böhm keines, auch nicht von Hilfsorganisationen, wenn Hämmerli hat weder feste Wohnadresse noch ein Konto. Jedoch würden ihm Leute Esswaren vor die Brücke legen.

Doch warum geht ein Mann mit Anfang 50 auf die Strasse und unter eine Brücke? Gegenüber Radio SRF gesteht Heikko Böhm ein, dass er und Simon Usteri nicht richtig herausgefunden hätten, warum Peter Hämmerli lebt, wie er lebt. Und ob er dies wirklich gerne tut. Böhm: "Die vermeintlich grosse Freiheit ist für den 65-Jährigen längst mehr Fluch als Segen."

Offen bleibt auch, warum sich der menschenscheue Mann von einem Reporterteam in die Öffentlichkeit zerren lässt. Denn spätestens am Sonntagabend ist er schweizweit bekannt.