Behindert

Dieser Mann ist nicht zu faul zum Gehen – er hat Angst

Einkaufen oder Tram fahren: Dieses Video soll verdeutlichen, wie sich Menschen mit Angststörungen im Alltag fühlen.

Einkaufen oder Tram fahren: Dieses Video soll verdeutlichen, wie sich Menschen mit Angststörungen im Alltag fühlen.

Ein Mann, der von einem Rollstuhlfahrer durch die Stadt kutschiert wird – dieses absurde Video soll aufhorchen lassen. Denn: 800'000 Schweizer haben so grosse Angst, dass sie nicht mehr normal leben können. 

«Angst lähmt» lautet der Titel der Sensibilisierungs-Kampagne, die «Pro Infirmis» am Freitag lanciert hat.

Damit will die Schweizer Organisation für Menschen mit Behinderung auf Angststörungen aufmerksam machen: «Angst ist eine ernst zu nehmende Behinderung.»

800'000 Menschen in der Schweiz leiden laut Pro Infirmis an dieser Form von psychischer Beeinträchtigung. Die Angststörung ist neben der Depression die zweithäufigste psychische Erkrankung hierzulande.

Betroffene gehen nicht mehr aus dem Haus

Einkaufen, zugfahren oder spazieren gehen – solche alltäglichen Dinge sind für viele Betroffene nicht mehr möglich.

Panikattacken bringen Schwindel, Schweissausbrüche oder Erstickungsangst mit sich. Aus Angst vor diesen Symptomen bleiben Menschen mit Angststörungen zuhause und kapseln sich mehr und mehr vom sozialen Leben ab.

Deshalb fordert Pro Infirmis auf: «Sprechen wir darüber!» Angststörungen seien ein gesellschaftliches Tabu, nur 30 bis 50 Prozent der Betroffenen würden Hilfe suchen. (smo)

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