Affäre Hildebrand

Dieser Anwalt ist der Mittelsmann in der Affäre Hildebrand

SVP-Kantonsrat Hermann Lei:Er war Reto T.s Mitstreiter.

SVP-Kantonsrat Hermann Lei:Er war Reto T.s Mitstreiter.

Der mysteriöse Go-between zwischen dem Sarasin-Datenklauer und Nationalrat Blocher ist der Thurgauer Rechtsanwalt Hermann Lei.

Eine gewisse Genugtuung war nicht zu überhören. «Das war der Anwalt Hermann Lei aus Weinfelden», sagte Hansueli Raggenbass, Präsident des SNB-Bankrates. Philipp Hildebrand hatte es konsequent vermieden, die Namen der Zuträger und Denunzianten in den Mund zu nehmen. Dem früheren Thurgauer CVP-Nationalrat Raggenbass (1991 bis 2003) ist der Thurgauer Rechtsausleger und Hardliner Hermann Lei zweifellos ein Begriff. Seit 2007 sitzt der 39-jährige SVP-Politiker im Thurgauer Kantonsrat. Engagiert politisiert er stramm auf der Linie der SVP-Orthodoxie.

Kalte Füsse bekommen?

Unter dem Stichwort «SNB, Hildebrand und Co» postete er aber gestern unmittelbar nach der Pressekonferenz auf seiner Homepage: «Geschätzte Pressevertreter. Ich möchte die Anfragen nicht beantworten und bitte um Verständnis. Ich bin auch nicht der Anwalt des Whistleblowers. Mit besten Grüssen Hermann Lei.»

Dass er der Rechtsvertreter des IT-Supporters der Bank Sarasin, der die Kontoinformationen von Philipp Hildebrand gestohlen hat, sein soll, hat auch niemand behauptet. Aber eine Antwort auf die Frage, warum und ob aus freien Stücken der Datenklauer gerade zu Hermann Lei gelaufen ist, hätte man schon gerne.

Die SNB treibt uns in die EU

Vielleicht ist es, weil der SVP-Politiker ein vehementer Kritiker der Schweizerischen Nationalbank und ihrer Devisenpolitik ist. Zur SNB-Intervention hat er verschiedene längere Texte verfasst. Die Argumentationslinie klingt vertraut. Die SNB wolle den Euro retten und uns in die EU treiben, mutmasst er. Offenbar hat er die Metapher vom «Franken schwächen» etwas zu wörtlich verstanden. Die vielen Euro in den Beständen der Nationalbank reissen uns noch ins Elend. Man müsste dies der SNB «mit Notrecht» verbieten.

Auch anderes klingt wohlbekannt: Natürlich sind es «internationale Verlockungen», die Hildebrand reizen. Und der Bankrat ist «Mitte-Links»: Dominiert vom SGB und «Interessenvertretern aus dem linken Spektrum».

Die Lage ist ernst. Unter dem Titel «Stalingrad des Euro» publizierte er am 2. Februar 2011 eine Analyse der Situation, der man in weiten Teilen beipflichtet. Bevor sie abhebt: «Wir können dank der EWR-Ablehnung unseren eigenen Weg gehen. Mag um uns auch alles in Trümmer fallen.»

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