Selbstverteidigung

Diese Schusswaffe ist als Handy getarnt – für Polizisten ist das ein Albtraum

Diese Fausfeuerwaffe ist als Handy getarnt. (Screenshot Ideal Conceal)

Diese Fausfeuerwaffe ist als Handy getarnt. (Screenshot Ideal Conceal)

Eine tödliche Waffe, die wie ein Smartphone aussieht: Mit diesem Konzept sorgt eine US-Firma für Aufsehen. Mitte Jahr soll der Verkauf starten.

Bei Ideal Conceal ist der Firmenname Programm: Die US-Firma entwickelt gemäss eigenen Angaben eine Schusswaffe, die im zusammengeklappten Zustand wie ein Handy aussieht. Vermarktet wird die zweiläufige Taschenpistole als perfektes Werkzeug zur Selbstverteidigung.

So funktioniert die Smartphone-Waffe.

So funktioniert die Smartphone-Waffe.

Die wichtigsten Spezifikationen:

  • Zwei Läufe, kein Magazin.
  • Kaliber «.380 ACP» (9 Millimeter kurz): Die Geschossenergie ist wesentlich geringer als beim bekannten Pistolen-Kaliber 9 Millimeter Parabellum.
  • «Striker-fire Design»: Das heisst, die Waffe kommt wie Glock-Pistolen ohne herkömmlichen Schlaghammer aus, was in der Praxis zu weniger Störungen führen dürfte.
  • Gehäuse aus leichtem Metall (Aluminium?)
  • Clip, um die Waffe am Gürtel zu tragen.

Die Waffe soll laut Ankündigung auf der Firmen-Website Mitte 2016 in den Verkauf kommen. Listenpreis: 395 US-Dollar.

Diese Waffe kann zusammengelegt werden und sieht dann aus wie ein Handy. (Screenshot Ideal Conceal)

Auf der Facebook-Seite von Ideal Conceal heisst es, dass ein Patentantrag für die getarnte Schusswaffe eingereicht wurde.

Amerikanische Waffen-Blogs haben über das Projekt berichtet und in den sozialen Netzwerken Diskussionen ausgelöst. The Firearm Blogerinnerte daran, dass es sich vorläufig nur um Computer-Skizzen handelt, die mit einem CAD-Programm erstellt wurden.

Niemand konnte bislang einen Prototypen ausprobieren. Dies soll sich laut Ankündigung an einer Waffen-Messe im Mai ändern.

Nicht für Kriminelle

In den USA gibt es schon seit längerem eine öffentliche Kontroverse, ob Schusswaffen verdeckt getragen werden dürfen. In einigen US-Bundesstaaten ist dies möglich – zum Teil ohne Bewilligung.

Die Leute, die hinter dem Projekt stecken, sahen sich nach Berichten veranlasst, die geäusserten Bedenken zu zerstreuen. Die Waffe sei nicht für Kriminelle gedacht, sondern zur Selbstverteidigung. Wer sie kaufen wolle, müsse über die entsprechende Bewilligung verfügen.

Es bestünde ausserdem grosses Interesse seitens der Strafverfolgungs-Behörden. Die Waffe könnte von Undercover-Agenten und Beamten, die nicht im Dienst sind, unauffällig mitgeführt werden.

Ideal für Terroristen?

Als Alltagsgegenstände getarnte Waffen sind kein neues Phänomen. Im Gegenteil: Die Menschheit (oder Teile davon) war schon immer fasziniert von solchen Erfindungen – sei dies ein im Regenschirm versteckter Degen oder ein Handy-Hüllen-Schlagring.

Schliesslich ist noch zu konstatieren, dass die Schusswaffe wohl kaum durch die Flughafen-Sicherheitskontrollen geschmuggelt werden könnte, weil die beiden Läufe und der Abzugs-Mechanismus beim Durchleuchten gut zu erkennen wären. Sprich: Die Handy-Waffe ist nicht für Highjacker geeignet, weil die Tarnung auffliegen müsste.

Problematischer wäre das Mitführen auf der Strasse. Wobei in Amerika schon heute gilt, dass man bei einer Polizeikontrolle nichts aus der Tasche ziehen sollte. Sonst droht die sofortige Erschiessung.

Relaunch: Watson Box (JSON Feed)

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