Weltwirtschaftsforum
Diese Prominenten statten dem WEF im Davos einen Besuch ab

Das «Annual Meeting» beginnt am kommenden Mittwoch in Davos mit der Eröffnungsrede der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und steht ganz im Zeichen der globalen Wirtschaftskrise.

Sven Millischer
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Angela Merkel Die deutsche Kanzlerin hält die Eröffnungsrede
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David Cameron Britischer Premierminister
Timothy Geithner Amerikanischer Finanzminister
Ban Ki Moon UNO-Generalsekretär
Christine Lagarde Direktorin des internationalen Währungsfonds
Mario Draghi Chef der europäischen Zentralbank
Robert Zoellick Präsident der Weltbank
Eveline Widmer-Schlumpf Schweizer Bundespräsidentin
Thomas Jordan Interimistischer SNB-Präsident
Peter Voser CEO von Royal Dutch Shell
Diese Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft kommen ans WEF nach Davos

Angela Merkel Die deutsche Kanzlerin hält die Eröffnungsrede

Keystone

Der Kontrast könnte nicht grösser sein, hier im Genfer Villenviertel Cologny. Draussen glitzert der Lac Léman beschaulich in der Morgensonne. Drinnen dagegen, im durchgestylten Hauptsitz des World Economic Forum, würdigt man derlei Postkarten-Panoramen keines Blickes. Mit steinerner Miene stellt Forumsgründer Klaus Schwab vor versammelter internationaler Presse das Programm des diesjährigen WEF vor.

Das «Annual Meeting» beginnt am kommenden Mittwoch in Davos mit der Eröffnungsrede der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und steht ganz im Zeichen der globalen Wirtschaftskrise. Bei seiner Kurzpräsentation hält sich der bald 74-jährige Schwab mit Hiobsbotschaften nicht zurück: Die Welt leide an einem Burnout-Syndrom.

Die einfachen Leute hätten das Vertrauen in die Eliten verloren. Der soziale Zusammenhalt sei am Schwinden. Angesichts der Überschuldung mache sich Frustration breit. Ob Populismus, Protektionismus oder Nationalismus – vermeintlich einfache Lösungen, so genannte «easy-outs», würden dadurch Auftrieb erhalten.

Talent als knappes Gut

Gefragt sei indes ein neues Kapitalismus-Modell, ist der deutsche Wirtschaftsprofessor überzeugt. Nicht umsonst lautet das Motto des diesjährigen WEF «The Great Transformation: Shaping New Models». Ein Wandel, der nicht mehr bloss auf Kapitalien beruhen kann. Davon gebe es bereits im Überfluss genug, erklärt Schwab. Sie seien bloss nichts mehr wert. Vielmehr mangle es an Humankapital: «Talent ist das wirklich knappe Gut.» Das WEF versteht sich in diesem Kontext als Plattform, um so den Austausch aller gesellschaftlichen Interessengruppen und Führungseliten zu fördern.

«Unsere Rolle ist die eines Katalysten», sagt WEF-Direktor Alois Zwinggi im Gespräch mit der az. Man wolle verschiedenste Sichtweisen zusammenbringen: «Und letztlich zählen wir darauf, dass die Teilnehmer aufgrund ihrer Erfahrungen in Davos befähigt werden, die richtigen Entscheidungen zu treffen.» Oder wie es WEF-Gründer Schwab treffend formuliert: Das Forum sei ein «Melting Pot der Ideen».

BRIC nur mit der zweiten Garde

Dabei gelingt es den Veranstaltern einmal mehr, die globale Führungselite im Prättigau zu versammeln. Sie wird an gut 250 Sessionen debattieren und diskutieren. Während fünf Tagen werden 1600 Wirtschaftsführer Davos bevölkern. Knapp 40 Staatschefs aus aller Welt sind angesagt. Darunter der britische Premier David Cameron oder der mexikanische Präsident Felipe Calderón, der in diesem Jahr den Vorsitz der G-20-Staaten innehat.

Auffällig ist jedoch, dass keiner der aufstrebenden BRIC-Staaten sein Spitzenpersonal ans WEF schickt. Und auch die letzte verbleibende (militärische) Supermacht, die USA, sind lediglich mit Finanzminister Timothy Geithner und Janet Napolitano, Ministerin für Innere Sicherheit, in Davos vertreten.

Indes kann das «Annual Meeting» im alpinen Luftkurort mit geballter, supranationaler Power punkten. So ist mit Christine Lagarde die Direktorin des Internationalen Währungsfonds IWF vertreten. Auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon ist angekündigt wie auch Robert B. Zoellick, Präsident der Weltbank. Diese hat erst gestern vor einer globalen Rezession gewarnt, «die genauso gross oder sogar noch grösser sein könnte als jene der Jahre 2008 und 2009». Insofern scheinen Klaus Schwabs mahnende Worte mehr als berechtigt zu sein. Und das WEF-Treffen in Davos dringender denn je.