64-Millionen-Jackpot

Diese Glückspilze haben ihren Millionen-Gewinn nicht bemerkt

Die Horrovorstellung der frisch gebackenen Lottomillionäre: Der Lottoschein geht verloren oder wird gestohlen. (Archiv)

Die Horrovorstellung der frisch gebackenen Lottomillionäre: Der Lottoschein geht verloren oder wird gestohlen. (Archiv)

Stellen Sie sich vor, Sie gewinnen am Mittwoch den Rekord-Jackpot von 64 Millionen Franken im Schweizer Zahlenlotto und merken es nicht. Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, wie diese Geschichten zeigen.

Ein ähnlich hoher Betrag wie der aktuelle Rekord-Jackpot im Schweizer Zahlenlotto gewann Kathryn Jones aus Edmonton in Kanada. Sie kaufte sich im November 2012 einen Lottoschein für 16 Dollar in einem Drogeriemarkt. Kurze Zeit später verlor sie allerdings das Ticket. Der Jackpot von 50 Millionen Dollar wurde geknackt, doch Jones hatte die Ziehung längst vergessen und abgeschrieben.

Ein Jahr später wollte die Kanadierin gerade zum Flughafen aufbrechen, als gut gekleidete Herren an ihre Haustüre klopften. Jones wollte sie zuerst nicht reinlassen, weil sie in Eile war. Sie gab aber nach, beantwortete ihnen ein paar Fragen und verabschiedete die Herren kurze Zeit später wieder. 

Nach einem Monat stellte sich heraus, dass sie von Detektiven einer grossen kanadischen Lotteriegesellschaft befragt wurde. Jones wurde letztlich das Geld überwiesen, weil die Behörden sie auf einer Videoaufnahme klar identifizieren konnten.

Vier-Millionen-Schein in einer Pfütze

Genau so viel Glück hatte eine Lottospielerin aus Deutschland. Sie knackte 2010 den Jackpot von über vier Millionen Euro. Erst nach einer Woche realisierte die Frau, dass sie etwas gewonnen hatte und ging zur Annahmestelle. Dort sagten ihr die Angstellten, dass sie einen «Zentralgewinn» von mindestens 5000 Euro erzielt hat. 

Zuhause wollte sie in Ruhe ihren Gewinn überprüfen, konnte aber ihren Schein nicht mehr finden. Zurück bei der Annahmestelle fand sie ihr Ticket in einer Pfütze. Die Schrift war bereits blass – doch das Geld gehörte ihr trotzdem: Sie überprüfte die Zahlen und fand heraus, dass sie um 4,07 Millionen Euro reicher war. 

Zu spät gemeldet

Weniger Glück hatte Brandy M. aus Kalifornien. Er liess sich vermutlich 63 Millionen Dollar durch die Lappen gehen, weil er sich erst nach Ablauf der Sechsmonatsfrist bei der Lotteriegesellschaft meldete. 

Der Mann aus Los Angeles hat eine andere Auffasung der Geschichte. Er habe den 63-Millionen-Schein vorgezeigt, aber der Gewinn sei ihm verweigert worden, weil das Ticket zu beschädigt gewesen war. Der Fall ist bei einem Gericht in Los Angeles.

Vier Millionen Franken nicht abgeholt

Auch in der Schweiz verfielen Millionen-Gewinne, weil sie nicht eingelöst wurden. Der letzte Fall datiert vom November 2011. Swisslos-Mediensprecher Willy Mesmer: «Damals wurde ein 4-Millionen-Gewinn nicht abgeholt.» 

Die Frist läuft bei Swisslos nach sechs Monaten ab. Es komme immer wieder vor, dass kleinere Beträge nicht registriert werden. Dass «Lotto-Siebner» verfallen, sei hingegen höchst selten. «Wir versuchen vor Ablauf der Frist, die Gewinner doch noch zu ermitteln. Das ist uns in einem jüngeren Fall auch geglückt», sagt Mesmer. 

Wenn der Gewinner nicht ausfindig gemacht werden kann, fliessen die Millionen in den Reingewinn von Swisslos. Dieser unterstützt gemeinnützige Projekte und Institutionen aus den Bereichen Kultur, Sport, Natur, Soziales und Entwicklungshilfe.

Autor

Nicola Imfeld

Nicola  Imfeld

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