Ein Meer von blauen Ballonen war gestern auf der Zürcher Stadthausanlage beim Bürkliplatz zu sehen. Sie bildeten den farbigen Hintergrund zu einer Demonstration der Hausärzte. Zusammen mit Praxisassistentinnen, Medizinstudenten und weiteren Personen demonstrierten sie gegen die Absicht von Bundesrat Pascal Couchepin, die Labortarife zu kürzen.

Nachdem drei Dudelsackbläser die Kundgebungsteilnehmer unterhalten hatten, erklärte Kaspar von Blarer, selber Hausarzt: «Wir werden Couchepin den Marsch blasen.» Die Zuhörenden applaudierten heftig.

«Bloss der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte»

Peter Tschudi, Vizepräsident der Zürcher Ärztegesellschaft, betonte, das Anliegen der Hausärzte sei auch das Anliegen der ganzen Ärzteschaft. Die Kürzung der Laborvergütungen sei bloss der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe. Jetzt sei es an der Zeit, die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, dass hier einiges schief laufe.

Erika Ziltener als Präsidentin des schweizerischen Dachverbands der Patientenstellen unterstützte das Anliegen der Hausärzte: Es sei auch im Interesse der Patientinnen und Patienten, dass der Beruf des Hausarztes nicht an Attraktivität einbüsse. Ähnlich äusserten sich weitere Referenten, bevor dem Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger eine Petition überreicht wurde. Darin wird der Regierungsrat unter anderem aufgefordert, bei den Bundesbehörden vorstellig zu werden, um das Überleben der heutigen Praxislabors durch einen kostendeckenden Tarif für Sofortdiagnostik zu sichern.