Velovignette
Die Velovignette ist Vergangenheit: Wer ist jetzt noch versichert?

Mit der Abschaffung der Velovignette stehen viele Schweizer ab dem 1. Juni 2012 ohne Schutz da, wenn sie einen Unfall mit dem Velo machen. Wer muss in Zukunft Unfälle selber bezahlen und wer ist abgesichert?

Kim Ghilardi
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Aus für die Velovignette: eine von vielen Änderungen im 2012

Aus für die Velovignette: eine von vielen Änderungen im 2012

Keystone

Seit dem 1. Januar 2012 ist die Velovignette offiziell nur noch eine vage Erinnerung aus der Vergangenheit. Zwar wirkt der Versicherungsschutz der Velovignette 2011 noch bis zum 31. Mai nach. Ab diesem Datum aber ist jeder für seinen eigenen Versicherungsschutz verantwortlich.

Schäden, die beim Velofahren verursacht werden, sind ab diesem Zeitpunkt nur noch durch die eigene Privathaftpflichtversicherung abgedeckt - fehlt diese, muss man Schäden aus der eigenen Tasche bezahlen.

Zehn Prozent der Schweizer sind nicht geschützt

Der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) und das Bundesamt für Strassen (Astra) schätzen, dass rund zehn Prozent der Schweizer nicht versichert sind. In Zukunft werden diese Personen bei einem Unfall mit dem Velo, bei dem Sachschaden oder Personenschaden entsteht, zur Kasse gebeten.

«Ein Velounfall kann durchaus existenzvernichtend sein», sagt Astra-MediensprecherThomas Rohrbach. Wird bei einem Unfall jemand verletzt, beispielsweise der Alleinversorger einer Familie, so kann der Schaden schnell mal in die Millionen gehen. Rohrbach empfiehlt deshalb allen Velofahrern zu prüfen, ob sie privathaftpflichtversichert sind.

Deckt meine Privathaftpflichtversicherung Schäden mit dem Velo ab?

Doch selbst wenn jemand versichert ist: Kann man da sicher sein das die bisherige Privathaftpflichtversicherung Schäden, die beim Velofahren verursacht werden, abdeckt? Muss man beim Versicherer telefonisch nachfragen und muss man eine zusätzliche Versicherung abschliessen? Bei welchen Versicherern ist diese bereits integriert?

Selma Frasa-Odok vom SVV kann Auskunft geben: «Personen, die in der Schweiz privathaftpflichtversichert wurden, sind gegen Schäden, die vorher durch die Velovignette abgedeckt wurden, abgesichert», erklärt sie.

Auch die angefragten Verischerungsanstalten garantieren alle, dass ihre Privathaftpflichtversicherung solche Schäden trägt - «und zwar ohne Prämienzuschlag», heisst es. (kgh)