Polit-Karrieren: Die unterschiedlichen Wege der jungen Urgesteine

1995 war Toni Brunner als junger Berufspolitiker noch ein Exot. Er wurde zum Wegbereiter für eine neue Politikergeneration.

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Mit 31 Jahren Ständerat, mit 39 Jahren Bundesrat: Der Freiburger Sozialdemokrat Alain Berset hat die höchste politische Karrierestufe bereits früh erklommen (Bild: Corinne Glanzmann (Bern, 14. August 2017))
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Evi Allemann: Die SP-Politikerin ist seit 2018 Regierungsrätin. Wegen einer Amtszeitbeschränkung hätte sie 2019 nicht mehr für den Nationalrat kandidieren dürfen. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone (Bern, 15. Juni 2016))
Eine Amtszeitbeschränkung beendete die nationale Politik-Karriere des ehemaligen CVP-Präsidenten. Christophe Darbellay ist seit 2017 Walliser Staatsrat. (Bild: Olivier Maire/Keystone (Martigny a Plan-Cerisier, 11. Mai 2016)
Mit 28 Jahren schaffte die Freisinnige Christa Markwalder den Sprung in den Nationalrat. Sie kandidiert 2019 für eine vierte Amtszeit – und bewirbt sich für den Ständerat. (Bild: Anthony Anex/Keystone (Bern, 14. Juni 2018))
Christian Levrat: Mit 33 Jahren Nationalrat und mit 38 Jahren SP-Präsident. 2012 wählten die Freiburger den SP-Mann als Nachfolger von Alain Berset in den Ständerat. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone (Olten, 29. September 2018))
Der Waadtländer SP-Politiker Roger Nordmann sitzt seit 14 Jahren im Nationalrat. Seiner Karriere erlebte mit der Wahl zum Fraktionschef 2015 einen neuen Schub. (Bild: Peter Schneider/Keystone (Bern, 22. November 2018))
Pascale Bruderer (SP) war die jüngste Nationalratspräsidentin der Geschichte. 2011 wechselte sie in den Ständerat, nun tritt sie ab und wird Unternehmerin. (Bild: Alessandro della Valle/Keystone (Bern, 11. September 2018))
Die 45-jährige Sozialdemokratin Ursula Wyss war 13 Jahre Nationalrätin. 2012 dann die Wahl in die Berner Stadtregierung. Sie hat ihren Rückzug aus der Politik für 2020 angekündigt. (Bild: Patrick Hürlimann/Keystone (Bern, 18. September 2018))
Zurück in die Lokalpolitik: Die Sozialdemokratin Chantal Galladé trat kürzlich nach 15 Jahren als Nationalrätin ab und präsidiert neu die Kreisschulpflege Winterthur. (Bild: Anthony Anex/Keystone (Bern, 8. Juni 2017))
Die St. Galler SVP-Politikerin Jasmin Hutter kam im Alter von 25 Jahren in den Nationalrat. Hutter trat im Jahr 2009 zurück, als sie schwanger wurde. (Bild: Arno Balzarini/Keystone (Näfels, 1. Mai 2010))

Mit 31 Jahren Ständerat, mit 39 Jahren Bundesrat: Der Freiburger Sozialdemokrat Alain Berset hat die höchste politische Karrierestufe bereits früh erklommen (Bild: Corinne Glanzmann (Bern, 14. August 2017))

Mit seinem Rücktritt verpasst Toni Brunner einen zweiten Rekord: Mit 21 Jahren war er der jüngste Nationalrat aller Zeiten. Mit 45 Jahren wäre er 2019 jüngster Alterspräsident seit 1848 geworden. Der Alterspräsident leitet die konstituierende Parlamentssitzung zu Beginn einer neuen Legislatur. Junge Berufspolitiker fallen heute im Bundeshaus nicht mehr auf. 1995 war das anders: Toni Brunner war ein Exot. Vier Jahre später kam Ursula Wyss hinzu. Und ab 2002 komplettierte die SP-Nationalrätin Pascale Bruderer das Trio der jungen Wilden. Sie waren die Wegbereiter für eine neue Politikergeneration.

Die Konstellation muss stimmen

Die einstigen Jungpolitiker altern, doch was sind ihre Optionen? Wollen sie in der Politik bleiben, ist der Wechsel in eine Regierung eine beliebte Option. Nur muss dazu die Konstellation stimmen, was schwierig planbar ist. FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen etwa wurde von seiner Kantonalpartei nicht als Regierungskandidat nominiert. Die gleiche Erfahrung musste Christophe Darbellay bei seinem ersten Anlauf für die Walliser Regierung machen. Bruderer verlängerte ihre Polit-Karriere mit einem Wechsel vom National- in den Ständerat. Andere verleihen ihrer Karriere mit einem Parteiamt neuen Schub – wie SP-Fraktionschef Roger Nordmann. Dass er 2019 trotz einer Amtszeitbeschränkung nochmals kandidieren darf, hat mit seinem Parteiamt zu tun. Noch gibt es wenig Anschauungsunterricht, was aus den einstigen Jungstars wird. Das wird sich aber schon bald ändern: Mit Bruderer, Wyss und Brunner kündigten dieses Jahr die Jungpolitiker der ersten Stunde ihren Rückzug aus der Politik an. (dk)