Einkommen
Die Ungleichheit nimmt zu: Ein Viertel lebt unter der Armutsgrenze

Ein Viertel der Haushalte lebt unter der Armutsgrenze von jährlich 25 200 Franken.

Franziska Linder
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Die Einkommen in der Schweiz stiegen von 2003 bis 2010 jährlich um 0,5 Prozent. (Symbolbild)

Die Einkommen in der Schweiz stiegen von 2003 bis 2010 jährlich um 0,5 Prozent. (Symbolbild)

Keystone

Das Durchschnittseinkommen der Schweizer ist in den vergangenen Jahren leicht gestiegen. Gleichzeitig haben aber auch die Ungleichheiten zugenommen. Zu diesem Schluss kommt eine Auswertung der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV). Diese hat die Steuerdaten von 2010 mit den nach dem neuen interkantonalen Ausgleich neu definierten Daten von 2003 verglichen, wie sie am Donnerstag mitteilte.

Die Einkommensverteilung in der Schweiz.

Die Einkommensverteilung in der Schweiz.

AZ

Zwischen 2003 und 2010 stieg das Niveau der Einkommen real, also der Teuerung angepasst, um 0,5 Prozent pro Jahr (nominal um 1,43 Prozent pro Jahr). In gewissen Regionen füllte sich aber das Portemonnaie schneller als anderswo.

So nahmen die Bewohner des Kantons Schwyz 2,19 Prozent mehr ein, die von Obwalden 1,85, die Zugerinnen und Zuger 1,42 und die Bevölkerung von Basel-Stadt 1,17 Prozent.

Soziale Segregation

Im Kanton Genf blieb 2010 unter dem Strich sogar weniger als 2003 (–0,9 Prozent). Auch in den beiden Appenzell gab es einen Rückgang (AR: –0,26; AI –0,08 Prozent). In den Kantonen Neuenburg, Schaffhausen und St. Gallen war der Zuwachs gering.

Obwohl die sozialen Schichten in der Schweiz noch gut durchmischt sind, stellt die ESTV Zeichen einer sozialen Segregation fest. Dies bedeutet, dass sich Haushalte mit ähnlichem Einkommen auch räumlich zusammenfinden, etwa in Ortschaften mit vornehmlich wohlsituierten Einwohnern.

Der Vergleich zwischen 2003 und 2010 zeige, dass die Ungleichheit der Einkommen zunehmend auf die kantonalen Unterschiede beim Einkommensniveau zurückzuführen sei. In 15 Kantonen ist auch der Anteil der Unterschiede unter den Gemeinden steigend.

3,1 Prozent der Schweizer Haushalte nehmen laut ESTV über 126 000 Franken im Jahr ein. Gut ein Viertel der Haushalte weist Einkommen unterhalb oder bis zur Armutsgrenze von 25 200 Franken auf. Die hohen Einkommen machen 14,8 Prozent, die tiefen 5,7 Prozent am Total aller Einkommen in der Schweiz aus. (sda)