Unwetter
Die tapferen Nonnen von Altstätten: «Das Wasser kam ganz schnell»

Nicht einmal das Gotteshaus in Altstätten wurde vom Unwetter verschont. Die Schwestern vom Kloster Maria Hilf stehen vor einem Trümmerhaufen.

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Das Kloster Maria Hilf in Altstätten wurde unterspült. Die Nonnen müssen derzeit improvisieren.

Das Kloster Maria Hilf in Altstätten wurde unterspült. Die Nonnen müssen derzeit improvisieren.

Keystone

Im Keller des Kapuzinerklosters Maria Hilf in Altstätten im St. Galler Rheintal stand das Wasser am Montagabend knietief. Sämtliche Lebensmittelvorräte wurden von der Flut zerstört.

«Es kam ganz, ganz schnell», berichtet Schwester Benigna Thillmann. Die Ordensfrauen sassen beim gemeinsamen Nachtessen, als eine der Nonnen beim Abräumen das hereinströmende Wasser bemerkte. In der Waschküche wurde alles weggeschwemmt. Die neue Heizanlage des Klosters wurde komplett zerstört.

Die Bevölkerung von Altstätten zeigte sich solidarisch mit den Klosterfrauen. Dutzende Anwohner boten spontan ihre Hilfe an: «Das hat uns sehr berührt und wir bedanken uns bei allen, die da Hand angelegt haben», so die Ordensfrau gegenüber der Bildagentur Keystone.

Den Glauben der Schwester kann das Unwetter indes nicht erschüttern: «Das ist Natur, die sich auf ganz spezielle Art gezeigt hat», meint Schwester Maria Angelika. Kein Grund, deswegen zu verzweifeln.

Im St. Galler Rheintal gingen am Dienstag die Aufräumarbeiten weiter. In Altstätten SG wurde der Dorfbach von Schwemmholz und Geröll befreit, welches die Flut mitgespült hatte.

Das Schlimmste ist vorbei - Wetterlage weiter instabil

In den Unwettergebieten im Kanton Bern hat sich die Lage am Mittwoch weiter stabilisiert. An der randvollen Aare in Bern hat die Feuerwehr vorsorglich Schutzdämme aufgestellt. Im Emmental kamen die Aufräumarbeiten weiter voran. Unsicherheitsfaktor bleibt das Wetter.

Beim Führungsstab Emmental rechnet man für die nächsten 12 Stunden mit einer Niederschlagsmenge von 15 bis 25 Millimetern, wie Sprecher Georges Wüthrich der sda am frühen Mittwochabend sagte.

Im Hinblick auf weitere Niederschläge hat die Feuerwehr in der Stadt Bern die Schutzmassnahmen an der Aare vorsorglich verstärkt. Die Wassermenge in Bern blieb am Mittwoch unter der Schadensgrenze, obwohl die Abflussmenge aus Thunersee erhöht wurde.

Wegen der instabilen Wetterlage müsse erwartet werden, dass der Pegelstand in Bern innert Kürze die Schadensgrenze überschreiten könne. Die Feuerwehr hat deshalb am Dienstagabend beim Altenberg und an den Uferwegen vorsorgliche Schutzdämme mit so genannten Beaver-Schläuchen aufgebaut.

Die Bewohner in den Unwettergebieten können aufatmen: Die Gefahr vor Hochwasser ist laut dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) vorläufig gebannt. Zwar wird es am Mittwoch nochmals regnen, danach erwarten die Meteorologen aber trockenes Wetter.

"Die Hochwasser-Situation hat sich in den betroffenen Regionen entspannt", sagte Silvia Morf vom BAFU am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Allerdings müssten Seen und Flüsse weiterhin im Auge behalten werden.

Grosse Seen steigen weiter

Das BAFU geht davon aus, dass das Schlimmste auch in anderen Hochwasser-Regionen ausgestanden ist, obwohl am Mittwoch am Alpennordhang weitere 20 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet werden. Laut der Naturgefahrenkarte besteht derzeit eine mässige Gefahr für Hochwasser. Das entspricht der zweiten von fünf Gefahrenstufen.

Optimistisch stimmt der Bund die Wetteraussichten für Donnerstag und Freitag. Die Meteorologen erwarten mehrheitlich trockenes Wetter. Lokal werde es aber noch Schauer und Gewitter geben, heisst es bei MeteoSchweiz auf Anfrage. (sda/cze)

Der Regen hat in der Region um Wasen etliche Murgänge ausgelöst.
22 Bilder
Der Regen hat in der Region um Wasen etliche Murgänge ausgelöst.
Ein Bild der Zerstörung - Heftige Niederschläge haben verschiedene Bachläufe über die Ufer treten lassen.
Heftige Niederschläge haben um Wasen (BE) verschiedene Bachläufe über die Ufer treten lassen.
Berneck: Bach bis zur Brücke voll.
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Altstätten SG, aus Vogelperspektive.
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Überflutet: Bilder aus dem Luzernischen Schüpfheim (Entlebuch)
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Polizeikommando Kanton Bern