Biberist
Die SVP sorgt für Ungewissheit

Macht der 17. Mai alles neu oder bleibt alles beim Alten? Diese Frage stellt sich bei den Gemeinderats-Wahlen in Biberist. Zum ersten Mal macht dort die SVP den alteingesessenen Parteien Sitze streitig.

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Gemeindehaus Biberist

Gemeindehaus Biberist

Solothurner Zeitung

Gaudenz Oetterli

16 Prozent waren es an den Kantonsrats-Wahlen diesen März. Gar 23 Prozent der Stimmen holte die SVP bei den Nationalrats-Wahlen vor zwei Jahren. Aufgrund solcher Wähleranteile gründete die Volkspartei eine Ortssektion.

Diese tritt am 17. Mai zum ersten Mal bei Gemeinderats-Wahlen an. Und sorgt bei den Bürgerlichen für Ungewissheit. CVP (3 Mandate) und FdP (4) haben sich zwar zum Ziel gesetzt, ihre Sitze zu halten, sind sich aber der Schwierigkeiten bewusst.

«Zählen auf Vernunft der Bürger»

Gute Chancen rechnen sich die Freisinnigen aus. Ihr Vorteil: Sie können mit allen Bisherigen antreten. Dazu gesellen sich zwei Neue. «Wir hatten die Kandidaten schnell und ohne Probleme zusammen», sagt Brigitte Winz, die amtsjüngste FdP-Gemeinderätin.

Es sei lediglich schade, dass man nicht noch mehr Personen habe gewinnen können. Sorgen macht sich Winz am meisten um ihren eigenen Sitz. «Von den Wähleranteilen her holt die SVP sicher einen Sitz, wenn nicht sogar zwei. Und ich bin am wenigsten lang im Rat mit dabei», so Winz.

Auch Konrad Imbach, Präsident der CVP, sieht das Potenzial der SVP bei den bürgerlichen Parteien. «Vermutlich wird die SVP ihre Stimmen nicht bei der SP abholen.» Sorgen mache er sich deshalb keine, obwohl bei der CVP zudem zwei Bisherige nicht mehr antreten. «Wir zählen auf die Vernunft der Bürger, nicht auf Schlagwörter zu hören.»

SVP will mindestens einen Sitz

Am wenigsten zu befürchten hat die SP. «Wir hatten kein Problem, Leute zu finden», sagt Präsident Simon Bürki. Mit neun Personen stellt die SP zusammen mit den Grünen die grösste Liste. Zwei der vier Bisherigen Gemeinderäte treten wieder an.

Und wie sieht dies die Volkspartei selber? «Wir sind froh, wenn wir einen Sitz holen.», sagt Mario Schneider, Präsident der Ortspartei, «dies sollte gemäss der Wähleranteile kantonaler und nationaler Wahlen möglich sein.» Gewisse Stimmen würden sicherlich bei den anderen weggehen, doch wie hoch das Potenzial liege, sei schwer zu beziffern.

Noch kein Thema für die SVP ist das Gemeindepräsidium. Ebenso für die CVP. Nur die SP überlegt sich eine Kandidatur, je nach Resultat der Gemeinderats-Wahlen. Somit steht bis anhin nur der bisherige Gemeindepräsident Martin Blaser als Kandidat fest.