Familienstress wegen Parlament

Die Sorgen der Polit-Eltern: Linke Nationalräte polarisieren mit ihren Forderungen

Dokumentarfilmerin Karin Bauer (SRF) begleitete ein Jahr lang Andreas Glarner (SVP/AG), Cédric Wermuth (SP/AG), Ruth Humbel (CVP/AG) und Kurt Fluri (FDP/SO) bei den Kommissionsverhandlungen zur Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative.

Cédric Wermuth im SRF DOK «Inside Bundeshaus». Der Vater plädiert für eine bessere Vereinbarkeit von Parlamentsarbeit und Familie.

Dokumentarfilmerin Karin Bauer (SRF) begleitete ein Jahr lang Andreas Glarner (SVP/AG), Cédric Wermuth (SP/AG), Ruth Humbel (CVP/AG) und Kurt Fluri (FDP/SO) bei den Kommissionsverhandlungen zur Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative.

Häufigere Sessionen oder eine Bundeshaus-Kita: Die Forderungen von linken Nationalräten und Nationalrätinnen mit Kindern polarisieren. Bürgerliche haben für die Ideen hingegen nichts übrig.

Der Nationalrat befindet sich derzeit im Familienstress: Erst letzte Woche hat er eine parlamentarische Initiative von Nadine Masshard (SP/BE) abgelehnt. Diese forderte, dass Eltern bei der Geburt eines Kindes – ähnlich, wie es in der Bundesverwaltung üblich ist – ein Anrecht auf eine Pensumsreduktion von bis zu 20 Prozent haben.

Am Dienstagnachmittag befasst sich der Rat mit einem Vorstoss von Cédric Wermuth (SP/AG). Der Vater einer zweijährigen Tochter will geprüft haben, «mit welchen Massnahmen die Vereinbarkeit der National- und Ständeratsmandate mit dem Familienleben gefördert werden können».

Die Begründung des Postulats ist allgemein gehalten. In welche Richtung konkrete Forderungen im Falle einer Annahme gehen könnten, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. Mitte-Links-Parlamentarier forderten verschiedentlich, den Parlamentsrhythmus zu ändern – zum Beispiel, die Sessionen zu verkürzen und dafür regelmässiger zu veranstalten. Vertreter von Randregionen wehren sich jedoch vehement dagegen. Auch ein späterer Beginn am Morgen, damit Eltern ihre Kinder in die Kita bringen können, hat der Nationalrat bereits verworfen. Schliesslich gab es ab 2011 für Parlamentarier mit Kindern eine Betreuungsmöglichkeit über einen externen Anbieter – mangels Nachfrage wurde der Rahmenvertrag 2016 aber wieder gekündigt.

Gemeinsamkeit aller ablehnenden Beschlüsse: Die (persönlichen) Interessen der Parlamentarier sind zu unterschiedlich. Entsprechend dürfte auch das heutige Postulat trotz defensiver Formulierung einen schweren Stand haben.

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