Sisseln

Die Sissler wehrten sich lauthals für ihr Hallenbad

Buhrufe, Applaus und deutliche Voten prägten die ausserordentliche (Rekord-) Gemeindeversammlung. Klar ist, die Sissler wollen nicht auf ihr Hallenbad verzichten. Sie lehnten die Schliessung mit 270 zu 8 Stimmen deutlich ab.

Susanne Hörth

Der Sanierung des Sissler Schwimmbades steht nichts mehr im Wege. Mit 270 Nein- zu 8 Ja-Stimmen wurde die Hallenbad-Initiative klar verworfen. Bereits im November 2009 hatte das Sissler Stimmvolk der Sanierung des Hallenbades für 4,5 Millionen Franken deutlich zugestimmt. Ein daraufhin ergriffenes Referendum kam mangels genügender Stimmen nicht zustande. Die Hallenbad-Gegner konnten hingegen die benötigte Unterschriftenzahl für eine Initiative zusammenbringen. Darin wird die «Schliessung des Hallenbades zum Anfang der Sommer-Schulferien 2010 auf unbestimmte Zeit» verlangt. Nur gerade dieses Traktandum war Gegenstand der ausserordentlichen Gemeindeversammlung von Donnerstagabend.

Und wie wichtig ihnen ihr Hallenbad ist, verdeutlichten die Sissler mit einem Rekordaufmarsch. Von den 867 Stimmberechtigten nahmen deren 284 an der Versammlung teil. Gemeindeammann Rainer Schaub führte zu Beginn die Sicht des Gemeinderates aus. Die Initianten hatten nebst der Schliessung des Hallenbades gefordert, die Gemeindebehörden im oberen Fricktal zum Thema eines gemeinsam eigenwirtschaftlich geführten Hallenbadkonzeptes zusammenzuführen. Eine Zusammenkunft der Gemeindeammänner von 15 Gemeinden der Region am 3. März verdeutlichte, dass sämtliche Gemeinden eine Regionalisierung ablehnen. Dies, weil viele Gemeinden selbstfinanzierte und regional genutzte Infrastrukturen anbieten. Schaub betonte, dass die Bereitschaft zu marktgerechten Beiträgen an die Betriebskosten durch eine Erhöhung der Gebühren fürs Schulschwimmen bei allen vorhanden sei. Schaub hob hervor, dass nach der Sanierung das nach wie vor vorhandene jährliche Betriebsdefizit von heute zirka 250 000 auf 180 000 Franken gesenkt werden könne.

Steuergelder verschwendet

Schwimmbad-Gegner Paul Tschopp setzte hier an und gab der Meinung der Initianten Ausdruck, dass es nicht sein könne, dass für wenige Schwimmbadbenutzer so viel Geld aufgewendet werde. Inklusive Amortisation würden jährlich 600000 Franken an Steuergeldern fürs Hallenbad ausgegeben. Tschopp stellte unter anderem den Antrag - dieser wurde von der Versammlung mit lauten Buhrufen honoriert -, die Abstimmung über die Initiative auf die nächste ordentliche Gemeindeversammlung zu verschieben. Der Antrag auf geheime Abstimmung wie auch derjenige auf die Verschiebung der Initiativabstimmung wurden deutlich abgelehnt.

Abgesehen von Paul Tschopp meldeten sich ausschliesslich Frauen und Männer zu Wort, die sich für den Erhalt des Hallenbades aussprachen. Auf die Frage eines Versammlungsteilnehmers, wo den die anderen Initianten, die für die Schliessung des Schwimmbades seien, meinte Tschopp, dass er stellvertretend für diese an der Versammlung spreche.

Gemeindeammann Rainer Schaub musste den Hauptinitianten mehrfach ermahnen, die verschiedenen Redner bei ihren Ausführungen nicht zu unterbrechen. Nach vielen, sehr deutlichen Voten bat ein Versammlungsteilnehmer den Vorsitzenden darum, den «Kindergarten» endlich zu beenden und zur Abstimmung zu schreiten. Eine Bitte, die mit Applaus honoriert wurde. Das klare Resultat liess keine Fragen offen. 270 der Anwesenden schickten das Initiativbegehren bachab.

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