Immer mehr Zivildienstleistende, und das auf Kosten des Militärs: Mit diesem Problem von Armeechef Rebord beschäftigt sich morgen auch der Ständerat. Er berät dann die Revision des Zivildienstgesetzes. Dabei schlägt der Bundesrat eine Reihe von Massnahmen vor, die den Zivildienst unattraktiver machen sollen – um so die Armeebestände nachhaltig zu sichern.

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Dazu gehört etwa eine Untergrenze von 150 Diensttagen, die jeder Zivi künftig absolvieren soll. Wer die Rekrutenschule erfolgreich beendet hat, muss zudem nach dem Einreichen des Gesuchs ein Jahr warten, bis er zum Zivildienst zugelassen wird. Das soll primär fertig ausgebildete Soldaten davon abhalten, nach abgeschlossener Rekrutenschule der Armee den Rücken zu kehren. Zuletzt stammte ungefähr ein Drittel der Gesuche von Dienstpflichtigen, die ihre RS bereits absolviert hatten; die Hälfte der Gesuchsteller wollte schon vor dem RS-Start in den Zivildienst.

Die Zahl der Zivildienstleistenden ist in den letzten Jahren gestiegen

Total verlor die Schweizer Armee im vergangenen Jahr schweizweit 6205 potenzielle Soldaten, weil sie in den Zivildienst wechselten. Das sind zwar weniger als noch 2017, doch im langjährigen Vergleich ist die Ten- denz steigend. Die meisten Neu-Zivis stellte der Kanton Bern mit 913, dicht gefolgt von Zürich mit 906. Im Aargau waren es 484, in Luzern 452 und in St. Gallen 316. Die wenigsten Zulassungen verzeichnete der einwohnermässig kleinste Schweizer Kanton, Appenzell Innerrhoden. Dort wechselten im letzten Jahr nur gerade elf Personen in den Zivildienst.

Im Gegensatz zur Diensttauglichkeit, bei der zuletzt die Walliser mit nur gerade knapp 60 Prozent am schlechtesten abschnitten, erhebt der Bund keine Zivi-Quote. Das zuständige Bundesamt für Zivildienst erklärt das damit, dass jeweils nur die Zahl der Neuzulassungen pro Jahr und Kanton erfasst wird. In dieser Zahl sind sämtliche bewilligten Gesuche enthalten, unabhängig vom Alter des Dienstpflichtigen.