Washington

Die Schweiz wird zum Stammgast in der G20-Runde

An der IWF-Jahrestagung, die am Samstag in Washington zu Ende ging, war auch Finanzminister Ueli Maurer dabei.

An der IWF-Jahrestagung, die am Samstag in Washington zu Ende ging, war auch Finanzminister Ueli Maurer dabei.

Bundesrat Ueli Maurer sieht die Schweiz international bestens vernetzt. Am IWF-Jahrestreffen freute er sich, wie gut integriert das Land bei den einflussreichsten Wirtschaftsmächten, den G20 ist. Viel Hoffnung setzt er derweil in die US-Regierung von Donald Trump.

Ueli Maurer war sichtlich zufrieden, als sich am Samstag das Jahrestreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington dem Ende zu neigte. Eine Reihe von Gesprächen, mit Vertretern aus einer Reihe von Staaten, hätten ihm gezeigt, sagte der Bundesrat an einer Pressekonferenz, dass die Schweiz auf der internationalen Bühne eine wichtige Rolle spiele und gut integriert sei.

Fast ein wenig stolz zeigte sich Maurer vor allem darüber, wie die Schweiz von den G-20 behandelt wird, den einflussreichsten Wirtschaftsmächten der Welt – so erhielt Bundesbern nach dem Wechsel der G-20-Präsidentschaft von Deutschland zu Argentinien die Zusicherung, weiterhin an den regelmässigen Treffen der Finanzminister («Finance Track») teilnehmen zu dürfen, «bereits zum dritten Mal in der Folge», wie der Bundesrat betonte. Bald einmal werde die Schweiz in der G-20-Runde derart etabliert sein, «dass man uns nicht mehr ausladen kann». Dabei betonte Maurer, dass die Kontakte, die sich in dieser Runde knüpfen liessen, nicht nur politisch, sondern auch persönlich sehr wertvoll seien. Er stellte die rhetorische Frage: «Wie wäre es uns wohl im Bankenstreit ergangen, wenn wir diese Kontakte schon damals gehabt hätten?»

Zufrieden zeigte sich Maurer auch über die Rolle, die die Schweiz im Währungsfonds spielt. Am Freitag feierten die Mitglieder der Schweizer Ländergruppen in den Bretton-Woods-Organisationen – dazu gehören Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgistan, Polen, Serbien, Tadschikistan, Turkmenistan sowie, in den Weltbank-Institutionen, Usbekistan – in der Botschaft in Washington das 25. Jubiläum des Beitritts der Eidgenossenschaft zu Weltbank und Währungsfonds. Die Schweizer Ländergruppen seien «interessant», und hätten grosses Zukunftspotenzial, liegen sie doch allesamt an der Seidenstrasse, dem von China propagierten Handelskorridor zwischen Asien und Europa, sagte Maurer.

Maurer froh, Obama los zu sein

Am Rande des Jahrestreffens tauschte sich Maurer auch mit seinem amerikanischen Amtskollegen Steven Mnuchin (ausgesprochen: Ma-nu-schin) aus. Mit der immer noch relativ neuen amerikanischen Regierung bestehe nun auf diversen Ebenen ein guter Kontakt, sagte der Bundesrat. «Man kennt die Schweiz und ihre Dossiers gut. Die Amerikaner besinnen sich meiner Meinung nach auf die traditionell gute Zusammenarbeit mit der Schweiz.» Er jedenfalls habe nicht den Eindruck bekommen, dass die Schweiz sich dem Risiko aussetze, bald einmal finanz- oder handelspolitisch von der Regierung von Präsident Donald Trump an den Pranger gestellt zu werden.

In den nächsten Tagen wird das US-Finanzministerium die neuste Version eines halbjährlich publizierten Berichtes über Währungsmanipulatoren veröffentlichen. Bis zuletzt stand die Schweiz darin auf der «Beobachtungsliste».

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