Tierversuche

Die Schweiz setzt weniger Versuchstiere ein, belastet diese aber immer stärker

Immer mehr gentechnisch veränderte Mäuse kommen bei Tierversuchen zum Einsatz.

Immer mehr gentechnisch veränderte Mäuse kommen bei Tierversuchen zum Einsatz.

Die Anzahl Tiere, die in der Schweiz für Tierversuche eingesetzt werden, ist in den letzten Jahren rückläufig. Gleichzeitig steigt aber der Belastungsgrad der Tiere an.

(agl) 2019 wurden in der Schweiz 3265 Tierversuchsbewilligungen erteilt und dabei rund 570'000 Tiere eingesetzt. Die Anzahl Tiere ist dabei um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Gemäss einer Mitteilung des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) vom Dienstag wurden vor allem weniger Mäuse und Fische eingesetzt.

Wie die neue Tierversuchsstatistik zeigt, wurden letztes Jahr rund 69 Prozent der Tiere bei nicht oder wenig belastenden Versuchen eingesetzt. Diese Zahl ist seit 2015 rückläufig, wie das BLV schreibt. Derweil steigt die Anzahl Tiere an, die einer mittleren und schweren Belastung ausgesetzt sind. 2019 waren es in der mittleren Kategorie 27,6 Prozent, in der schweren Kategorie 3,2 Prozent der Tiere.

Mäuse für die Erforschung von Krankheiten

Bei den mittleren und schweren Belastungen kämen zudem gemäss der Mitteilung seit 2012 vermehrt gentechnisch veränderte Mäuse zum Einsatz. «Rund 90 Prozent der in Schweregrad 3 eingesetzten Tiere dienten der Erforschung von Krankheiten beim Menschen, davon rund 28 Prozent für Krebserkrankungen und 22 Prozent für Erkrankungen des Nervensystems», schreibt das BLV.

Wer Tierversuche durchführen will, muss bei der zuständigen kantonalen Behörde ein Gesuch einreichen und die geplanten Massnahmen beschreiben und begründen. Ebenso muss dargelegt werden, dass es keine Alternativmethoden zu den Tierversuchen gibt und die den Tieren zugefügten Leiden durch überwiegendes Interesse der Gesellschaft oder Umwelt gerechtfertigt sind.

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