Jagd
Die Schweiz hat immer mehr junge Jäger

Die Schweizer Jagdgesellschaften litten in den vergangenen Jahren an Mitgliederschwund. Doch jetzt wollen immer mehr Junge auf die Jagd.

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Jäger beobachten Wild oberhalb von Flims (Symbolbild)

Jäger beobachten Wild oberhalb von Flims (Symbolbild)

Keystone

Unter den 29 585 Jägern gibt es wieder mehr Jungjäger. Heute sind 802 registriert. Vor fünf Jahren waren es noch 682. Weitere 1370 sind in der Ausbildung. Das zeigen Recherchen der Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Diese für Jäger erfreuliche Zahlen wirken sich auf den Altersdurchschnitt innerhalb der Gesellschaften aus. So waren die Revierjäger im Kanton Luzern bis vor 10 Jahren durchschnittlich 60 Jahre alt. Heute sind sie 55 Jahre. «Das ist zwar immer noch relativ hoch, doch es findet eine Veränderung statt», sagt David Clavadetscher von der Revierjagd Luzern und Geschäftsführer des Verbands JagdSchweiz.

Naturbegeisterte Jugend

Zum einen würden sich immer mehr Frauen für die Jagd begeistern. Sie machen heute rund 8 Prozent der Jäger aus.

Zum andern finde bei der Ernährung eine Rückbesinnung zu den Wurzeln statt. «Viele Junge sind naturbegeistert. Wollen im Wald aber nicht nur Sport treiben, sondern interessieren sich auch für die Wildtiere», sagt Clavadetscher. «Ein Reh während des Sommers zu beobachten und es dann im Herbst zu erlegen und zu kochen gibt jedem ein anderes Gefühl, als wenn man ein Rehschnitzel im Supermarkt kauft.»

Zur Sicherstellung einer tierschutzgerechten Jagd hat der Bund das Jagdgesetz verschärft. So ist ab dem 1. Januar 2015 ein Treffsicherheitsnachweis für jeden Jäger Pflicht. Das bedeutet: Jeder Jäger muss jährlich seine Schiessfähigkeit unter Beweis stellen. Nicht alle dürften diesen Test bestehen. Die Jagdverbände sind sich dessen bewusst und haben die Ausbildung standardisiert. Damit wollen sie jungen Menschen den Einstieg erleichtern.

Für den Präsidenten von JagdSchweiz, Hanspeter Egli, steht aber fest: «Frauen und Männer sollten nicht aus einer Mode heraus Jäger werden, sondern sich der Verantwortung auch bewusst sein.» Wem es lediglich um das Schiessen der Tiere gehe, sei fehl am Platz.