Dietikon
Die Schule wird zum Stadtratsressort

Die Dietiker Stimmberechtigten genehmigen mit 78 Prozent Ja-Stimmen die Teilrevision der Gemeindeordnung. Die Weichen für die neue Legislatur sind gestellt: Die Stadt Dietikon wird ab 2010 keinen vollamtlichen Schulpräsidenten mehr haben, das Schulpräsidium wird in den Stadtrat integriert. Das Stimmvolk hiess die entsprechende Teilrevision der Gemeindeordnung gut.

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Aargauer Zeitung

matthias kessler

Diesmal hat es geklappt. Oder wie es Dietikons Stadtpräsident Otto Müller bei der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses formulierte: «Die Zeit war reif.» Die Dietiker Stimmbevölkerung hat sich mit 78 Prozent Ja-Stimmen klar und deutlich für die vom Stadtrat beantragte Teilrevision der Gemeindeordnung und damit gegen das vollamtliche Schulpräsidium respektive für dessen Integration in den Stadtrat ausgesprochen.

Damit findet eine Diskussion ihr Ende, die in den letzten Jahrzehnten immer wieder einmal aufgeflammt war. «Ein erfreuliches Ergebnis», konstatierte dann auch Stadtpräsident Müller, «es zeigt, dass es eine überzeugende Vorlage war. Der Stadtrat ist sehr zufrieden.»

Unerwartet kam die breite Zustimmung in der Bevölkerung indes nicht, hatten sich doch alle Parlamentsparteien für ein Ja ausgesprochen; einzige Nein-Parolen waren von der Alternativen Liste und dem Verband des Personals öffentlicher Dienste ausgegeben worden.

Schulpflege um drei Personen reduziert

Die Integration des Schulpräsidiums war der wichtigste, jedoch nicht der einzige Punkt der Teilrevision. So wird des Weiteren die Schulpflege von heute 19 auf neu 16 Mitglieder reduziert. Die Lehrerschaft wird nach Inkrafttreten der revidierten Ordnung künftig durch die Schulleiter der fünf Dietiker Schuleinheiten sowie durch eine Person aus dem Gesamtkonvent in der Schulpflege vertreten.

Das Ergebnis

Das Dietiker Stimmvolk hat mit 2781 Ja- zu 623 Nein-Stimmen die Teilrevision der Gemeindeordnung gutgeheissen; relativ gesehen stimmten 78 Prozent der Stimmberechtigten für die vom Stadtrat vorgeschlagene Revision. Die Stimmbeteiligung lag bei 31,06 Prozent. (mke)

Ein anderer, mit Blick auf die Legislatur 2010-2014 starker Einschnitt ist die Reorganisation der einzelnen Abteilungen der Stadtverwaltung. Die bisher eigenständigen Ressorts Sicherheit und Gesundheit werden zusammengelegt, die Werkabteilung wird zur Infrastrukturabteilung - und es entsteht ein zweiköpfiges Planungsamt, das direkt dem Stadtpräsidium unterstellt wird, mit einem Stadtplaner und einer Person, die für den Tiefbau zuständig ist. Dazu wird der Vertrag mit dem Ingenieurbüro SWR abgeändert.

Nach dem Ja ist vor der Arbeit

Der Stadtverwaltung fällt nun die Aufgabe zu, die Vorgaben aus der Revision auf die kommende Legislatur hin umzusetzen. Unter anderem geht es laut Müller um Anpassungen bei der Geschäftsordnung des Stadtrats.
Gleichzeitig soll bereits an einer nächsten Revision gearbeitet werden: Der Stadtrat wird das Parlament in Kürze einladen, weitere Änderungen, für die während der nun genehmigten Revision keine Zeit mehr blieb, auszuarbeiten. Ziel ist eine Volksabstimmung Ende November.

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