Die Schule als Begegnungsort
Die Schule als Begegnungsort

Das Engagement der Eltern an der Schule wird vermehrt zum Thema. Ein Grund dafür ist unter anderem die Vorgabe des neuen Volksschulgesetzes. Daher hat der Elternrat in Birmensdorf Eltern und interessierte zu einer Infoveranstaltung geladen.

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Marina Zingg FemmesTische

Marina Zingg FemmesTische

Limmattaler Zeitung

David Hunziker

Nur gemeinsam können wir eine gute schulische Entwicklung unserer Kinder erreichen: So lautete der Tenor unter den geladenen Schulvertretern und Projektleitern in Birmensdorf. Um die Zusammenarbeit zwischen den Eltern und der Schule zu stärken und besser zu organisieren, führte der Elternrat in Birmensdorf unter der Leitung seiner Präsidentin Lideke van Herpen einen Informationsabend im Gemeindezentrum Brüelmatt durch. Der grosse Andrang vor Ort zeigte deutlich das Interesse an der Zusammenarbeit und die Wichtigkeit des Themas.
Der Abend, durch den die Erwachsenenbildnerin Martina Heuss führte, war in zwei Teile gegliedert. In einem ersten Teil berichten Vertreter aus der Lehrerschaft, externen Projektgruppen, der Schulsozialarbeit oder der Schulleitung, wie sie in ihrem Arbeitsalltag mit Eltern in Kontakt kommen. In einem zweiten Teil wird den Gästen die Möglichkeit gegeben, sich an Ständen zu informieren und gleich konkrete Anliegen zu hinterlassen.

Es beginnt beim scheinbar Banalen

Wenn es um die Zusammenarbeit der Schule mit den Eltern geht, steht unter anderem die Integration zugewanderter Familien im Zentrum. An Beispielen wurde deshalb erläutert, dass Ausländer scheinbar völlig selbstverständliche Informationen oft nicht besitzen, etwa wo das Schulhaus liegt oder welche Person für was zuständig ist. Schon scheinbar banale Dinge wie eine noch fehlende Tafel, die das Schulhaus beschriftet, könnte in diesem Zusammenhang Gold wert sein. Das Projekt «schulstart+» der Caritas Zürich setzt genau hier an und erteilt Eltern preiswerte Kurse zum Schweizer Schulsystem. In Dietikon vermittelt das Projekt «Seitenwechsel» auf freiwilliger Basis Kontakte zwischen Kindern, die fremdsprachig aufgewachsen sind, und auch das Projekt «Femmes Tische» schafft Verständnis über Sprachgrenzen hinweg, in diesem Fall speziell für Frauen.
Projekte wie diese nutzen die Schule als Begegnungsort, an dem sich Menschen aus verschiedenen Kulturen treffen und hoffentlich verstehen können. So wird Konflikten vorgebeugt und Zuwanderern der Alltag erheblich erleichtert.

«Verhindern, bevor etwas passiert»

Nach dem Besuch der Tische zeigten sich einige weitere Themen, die nun an Stellwänden anschaulich aufgelistet waren. So wurde etwa am Tisch von Monika Mäder, Präsidentin der Primarschule Birmensdorf, das Gewaltproblem an der Schule angesprochen. «Wir sind täglich damit konfrontiert und arbeiten intensiv daran, Gewalt möglichst schon zu verhindern, bevor etwas passiert», sagt sie. Die Schulsozialarbeiterin Claudia Kühne versichert, für alle Fragen ein Ohr offen zu haben. «Wenn jemand nicht weiss, wen fragen, bin ich gern die erste Ansprechperson und vermittle weiter, wenn nötig», meint sie.

Eine Arbeit, die sich lohnt

Elternrat-Präsidentin Lideke van Herpen, die selbst aus Holland zugewanderte ist, zeigte sich über das grosse Interesse sehr erfreut. «Auch am grossen Engagement, besonders von Ausländern, im Elternrat sehen wir, dass unsere Arbeit sich lohnt», meint sie. Sie verweist ausserdem auf das Projekt «Multikulturella», in dessen Rahmen noch einige Begegnungsprojekte, unter anderem ein grosses Fest, geplant sind.