Das SBB-Schienennetz ist in einem schlechtem Zustand. Das berichtet die „Schweiz am Sonntag“ mit Verweis auf den Netzzustandsbericht 2014 der Bundesbahnen. „Die Stabilisierung des Netzes konnte ungeachtet grosser Anstrengungen noch nicht erreicht werden“, heisst es im Dokument. Der Nachholbedarf beträgt mittlerweile rekordhohe 2,5 Milliarden Franken.

Darunter leidet auch die Pünktlichkeit: Trotz milden Winters sind die Pünktlichkeitsziele 2014 zum dritten Mal in Folge nicht erreicht worden. Die erhöhte Bautätigkeit in Substanzerhalt und Erweiterung habe zu einer „erheblichen Erhöhung“ der sogenannten „Reisendenverspätungsminuten“ von 38,2 auf 45,5 Millionen Minuten geführt, schreiben die Bundesbahnen im Bericht.

Die Anzahl Störungen je Million Trasse-Kilometer stieg im Jahr 2014 leicht auf 118, die Vorgabe des Bundes von 102 wurde damit „klar verfehlt“. Bei veränderten Klima-Bedingungen bestehe „angesichts angespannter Mittel“ das Risiko verschlechterter Verfügbarkeit des Netzes.

Der Auslands-Verkehr steckt in der Krise

Immer weniger Leute reisen mit der Bahn ins Ausland. Wie die „Schweiz am Sonntag“ gestützt auf Dokumente des Bundesrates schreibt, sank die Verkehrsleistung der internationalen Züge der SBB im Jahr 2014 um 6,4 Prozent. Bereits zwischen 2012 und 2013 war ein Rückgang von 9 Prozent registriert worden, in den letzten zehn Jahren beträgt das Minus gar 25 Prozent. Letztes Jahr kam es sowohl zu Rückgängen auf den Verbindungen nach Frankreich, Italien und Deutschland.

Der Bund ortet die zunehmende Konkurrenz von Fernbussen als Hauptursache für diese Entwicklung. Tatsächlich baut der grösste deutsche Fernbusbetreiber, MeinFernbus Flixbus, sein Angebot in die Schweiz laufend aus. Wie die „Schweiz am Sonntag“ berichtet, wird auf Ende Mai etwa eine dritte tägliche Verbindung zwischen Zürich und Mailand und eine neue Nachtlinie zwischen Zürich und Berlin eingeführt. Die SBB wollten die Zahlen gegenüber dem Blatt nicht kommentieren.