Hanf-Wohnung
Die Rentnerin hatte bereits die Aargauer Spezialeinheit «Argus» zu Besuch

Eine 65-jährige Rentnerin hatte sich vor drei Wochen bei einem Polizeieinsatz erschossen. Nun wird bekannt, dass sie bereits der Aargauer Polizei bekannt war.

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Vor drei Wochen hat sich eine Rentnerin im luzernischen Malters vor der Polizei in der Wohnung verbarrikadiert und dann erschossen. Dem Selbstmord vorausgegangen war eine 17-stündige Verhandlung durch die Polizei. Zur Wahrnung hatte die 65-Jährige in der Wohnung einen Schuss abgefeuert und auch einen aus dem Fenster. In dieser Wohnung wohnte ihr Sohn, ein Hanfhändler, die Polizei wollte eine Razzia durchführen.

Jetzt gibts neue Fakten zum Fall: Die SRF-Sendung «Rundschau» veröffentlichte ein Telefongespräch, das die 65-jährige Frau kurz vor dem Selbstmord mit ihrem Anwalt geführt hatte. Wenn die Polizei ihr zu nahe komme, dann schiesse sie sich eine Kugel in den Kopf. So kam es dann auch.

Oskar Gysler, der Anwalt des Sohnes, macht der Luzerner Polizei Vorwürfe. Sie habe voreilig gehandelt und sie habe den Sohn nicht mit der Mutter sprechen lassen. Der Suizid wäre verhinderbar gewesen, so der Anwalt.

Strafanzeige

Gegen die Luzerner Polizei wurde seitens des Sohnes eine Strafanzeige eingereicht. Die Angelegenheit wird nun extern untersucht, und zwar vom Aargauer Staatsanwalt Christoph Rüedi.

Die Rentnerin war schon an ihrem alten Wohnort im Kanton Aargau aufgefallen. Der «Blick» berichtete, dass die Polizei bereits dort intervenieren musste, gemäss Anwohnern wegen Waffenbesitzes. Der «Blick» berichtet, dass einmal sogar die Sondereinheit «Argus» anrücken musste. Auch die Luzerner Polizei fand nach der Stürmung der Wohnung mehrere Waffen. Auch wenn die Frau von verschiedenen Seiten als psychisch krank beschrieben wurde, sagt Anwalt Gysler, dass sie keine Gefahr war, schliesslich habe sie im Aargau längere Zeit Waffen besessen, ohne dass etwas passiert sei. (jk)

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