Schweiz

Die Raucher-Schere: Die Oberschicht hört auf, die Unterschicht raucht weiter

Ein selten gewordenes Bild: Gratiszeitung und Zigarette in der Beiz.

Ein selten gewordenes Bild: Gratiszeitung und Zigarette in der Beiz.

Die neue Raucherstatistik 2017 zeigt grosse soziale Unterschiede beim Tabakkonsum. Diese hätten sich in den letzten Jahren verstärkt, so das Fazit des Bundesamts für Statistik.

(wap) Nach wie vor raucht in der Schweiz etwa ein Viertel der Bevölkerung. Die am Dienstag vom Bundesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen für 2017 zeigen: 31 Prozent der Männer und 23 Prozent der Frauen rauchen, insgesamt 27 Prozent der Bevölkerung. Dieser Anteil ist seit den 90er Jahren stabil geblieben, zeigen die Zahlen des Bundesamts.

Verändert hat sich laut den Statistikern aber die Art des Rauchens: Kettenraucher, die 20 oder mehr Zigaretten am Tag rauchen, sind selten geworden. Ihr Anteil hat sich bei beiden Geschlechtern von 12 auf 6 Prozent halbiert. Dies gilt jedoch nicht nur für alle Schichten der Gesellschaft: In den unteren Schichten der Gesellschaft wird nach wie vor mehr geraucht. Besonders deutlich zeigt sich der Klassenunterschied bei den jüngeren Rauchern unter 45 Jahren.

Arbeiterkinder rauchen mehr

Unter jenen, die keine weiterführende Schule besucht haben, liegt der Raucheranteil bei 43 Prozent. Der Anteil starker Raucher ist bei ihnen fünf Mal höher als bei den besser Ausgebildeten. Sie hören auch später oder gar nicht mit dem Rauchen auf. Vor 25 Jahren seien diese Unterschiede zwischen den sozialen Schichten noch nicht so klar hervorgetreten, so die Studie.

Kaum verändert hat sich das Ausstiegsverhalten: Mehr als die Hälfte der Raucher (61%) möchte das Rauchen aufgeben, weniger als die Hälfte schafft es tatsächlich (44%).

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